WISSENSCHAFT UND BILDUNG


Konzentration des giftigen Kohlenstoffmonoxids steigt - Forscher warnen vor gesundheitlichen Folgen

Baku, 21. April, AZERTAC

Die zunehmende Zahl schwerer Waldbrände im Nordwesten der USA hat einen Einfluss auf die Zusammensetzung der Luft. Die Kohlenstoffmonoxidwerte in der Atmosphäre steigen, wie ein Forschungsteam des National Center for Atmospheric Research herausgefunden hat. Die Emissionen, die durch die Brände freigesetzt werden, machten die Senkungen der jüngsten Vergangenheit zunichte. Die britische Zeitung “The Guardian“ hatte zuerst über die Studie berichtet.

In vielen Teilen der Welt, darunter in einer großen Region der USA, sorgen steigende Temperaturen und ausbleibende Niederschläge für mehr Brände. Die gesundheitlichen Auswirkungen stellen schon jetzt eine Bedrohung dar.

“Unsere Forschung trägt zu der wachsenden Zahl von Untersuchungen bei, die zeigen, dass Brände – insbesondere im pazifischen Nordwesten – für die nordamerikanische Luftqualität immer wichtiger werden“, sagte die Wissenschaftlerin Rebecca Buchholz vom National Center for Atmospheric Research dem “Guardian“.

Das Team untersuchte die Auswirkungen der Brände auf die Atmosphärenchemie im Zeitraum von 2002 bis 2018. Konkret ging es um Kohlenstoffmonoxid, ein giftiges, farbloses Gas, das bei der unvollständigen Verbrennung kohlenstoffhaltiger Stoffe entstehen kann. Im August, also in dem Monat, in dem die Waldbrandsaison im US-amerikanischen Nordwesten ihren Höhepunkt erreicht, stiegen auch die Kohlenstoffmonoxidwerte. In den übrigen Monaten sank der CO-Wert hingegen. Die Abweichung vom jährlichen Zyklus zeige, “dass die Brände die Fähigkeit der Atmosphäre zur Selbstreinigung beeinträchtigen“, erklärte Buchholz.

Weltweit sinkt die CO-Konzentration in der Atmosphäre - Während des 16-jährigen Untersuchungszeitraums gingen die Kohlenmonoxidkonzentrationen weltweit um einen halben Prozentpunkt pro Jahr zurück – nur der August in Nordamerika stellte eine Ausnahme dar. Normalerweise erreicht die Kohlenmonoxidkonzentration in der Atmosphäre im Jahreskreislauf ihren Höhepunkt im Frühjahr und nimmt im Spätsommer ab. Im August sollte der CO-Wert am niedrigsten sein. Doch stattdessen maßen die Forschenden Höchstwerte. Die Abweichung vom weltweiten Trend sei im pazifischen Nordwesten am stärksten ausgefallen. Der Anstieg habe dabei nicht nur das atmosphärische Kohlenmonoxid betroffen, sondern sei auch näher an der Erdoberfläche zu beobachten gewesen.

Die Ergebnisse der Studie wurden mit weiteren Daten zu Emissionen aus menschlicher Tätigkeit verglichen, die zeigten, dass die Kohlenstoffmonoxidemissionen in der Region während des Untersuchungszeitraums nicht durch andere Aktivitäten zunahmen. Alternative Ursachen für den CO-Anstieg als die Waldbrände seien damit auszuschließen.

Die Folgen der Waldbrände können sich auf die Gesundheit von Millionen von Menschen auswirken. Die giftigen Emissionen, die bei Bränden freigesetzt werden, tragen dazu bei, dass in den USA jedes Jahr schätzungsweise mehr als 15.000 Menschen sterben. Einige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich diese Zahl bis zum Ende des Jahrhunderts verdoppeln könnte.

“Es gibt eine Rückkopplung zwischen Bränden und dem Klima2“ - Dass es einen Zusammenhang zwischen der zunehmenden Zahl der Brandkatastrophen und der Klimakrise gibt, gilt mittlerweile als unstrittig. Steigende Temperaturen und immer längere Dürreperioden sorgen für trockenere Böden und eine trockenere Vegetation. “Es gibt definitiv eine Rückkopplung zwischen Bränden und dem Klima“, sagte Forscherin Buchholz laut “Guardian“. Verursacht werden Brände derzeit allerdings vor allem durch menschliches Fehlverhalten.

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