GESELLSCHAFT


Mark Zuckerberg: Homeoffice wird mittelfristig zur Regel

Baku, 23. Mai, AZERTAC

Laute Kinder, enge Räume, lockender Kühlschrank: Die Arbeit daheim birgt viele Herausforderungen - wie Millionen Arbeitnehmer weltweit gezwungen durch das Coronavirus derzeit feststellen müssen. Doch es gibt auch handfeste Vorteile. Vor allem die großen Tech-Konzerne scheinen das Homeoffice-Modell daher auch nach der Bewältigung der Krise vorantreiben zu wollen.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg erwartet, dass die Epidemie einen tiefgreifenden Wandel hin zur Arbeit außerhalb des Büros angestoßen hat. Er rechne damit, dass in zehn Jahren rund jeder zweite Beschäftigte des Online-Netzwerks so arbeiten werde, sagte Zuckerberg am Donnerstag dem Technologieblog "The Verge".

Zuvor hatte unter anderem Twitter angekündigt, dass alle Mitarbeiter auch nach dem Ende der Krise ihre Jobs von Zuhause aus fortführen könnten, wenn die Aufgaben dies zulassen.

Die Zahl von 50 Prozent sei seine Schätzung, kein Ziel, betonte Zuckerberg. In einer Umfrage habe jeder fünfte Mitarbeiter sich dafür ausgesprochen, dauerhaft von Zuhause aus zu arbeiten, weitere 20 Prozent hätten einiges Interesse daran gezeigt. Bei einigen von diesen 40 Prozent werde das angesichts ihrer konkreten Job-Beschreibung nicht funktionieren - aber er gehe davon aus, dass in den kommenden Jahren weitere Mitarbeiter eingestellt werden, die von Anfang an von Zuhause arbeiten.

Nur noch ein Zehntel der Belegschaft kommt derzeit ins Büro - In der Coronakrise wechselten mehr als 90 Prozent der Facebook-Beschäftigten ins Homeoffice. Wenn demnächst die Öffnung der Büros beginne, würden sie nur zu etwa einem Viertel besetzt sein, sagte Zuckerberg. Er selbst müsse zwar für Treffen zum Beispiel mit Geschäftspartnern oder Behördenvertretern in die Zentrale kommen - werde aber in Zukunft mehr Zeit als bisher außerhalb des Büros arbeiten. Auch er sei Zuhause produktiver gewesen als erwartet.

Die großen amerikanischen Tech-Konzerne hatten sich darauf ausgelegt, ihre Mitarbeiter in Firmenzentralen und großen Büros im Ausland an einem Ort zusammenzubringen. Dafür leisteten sie sich teure Bauprojekte. So errichtete Apple ein kreisförmiges Gebäude für 12.000 Beschäftigte. Facebook erweiterte seine Zentrale mit hangargroßen Gebäuden des Stararchitekten Frank Gehry mit Gärten auf dem Dach. Google ist dabei, eine neue Zentrale in einem gewaltigen Glas-Zelt zu bauen.

© Jede Verwendung von Materialien muss durch den Hyperlink kenntlich gemacht werden
Wenn Sie einen Fehler im Text finden, markieren Sie ihn durch drücken der Tasten ctrl+enter und senden Sie ihn uns

KONTAKT MIT DEM AUTOR

Füllen Sie die erforderlichen Stellen mit Zeichen* aus

Bitte geben Sie die Buchstaben wie oben gezeigt ein.
Egal, ob die Buchstaben groß oder klein sind