WISSENSCHAFT UND BILDUNG


Maya-Skulpturen sollen Mexiko und Guatemala übergeben werden

Baku, 13. Mai, AZERTAC

Vor 14 Jahren vergrub ein Mann zwei Gewehre und mehrere Maya-Skulpturen im Keller eines Bauernhauses in Klötze. Nun sind die Artefakte wieder aufgetaucht – und könnten bald zurück in ihrer Heimat sein.

Sie lagen jahrelang im Keller eines Bauernhauses in Klötze: Sachsen-Anhalt will insgesamt 13 Maya-Skulpturen an deren Ursprungsländer Mexiko und Guatemala übergeben. Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) will die Artefakte am Rande der Bundesratssitzung am 28. Mai an Diplomaten aus den beiden Ländern überreichen. Zuerst hatte die "Volksstimme" aus Magdeburg darüber berichtet.

Noch liegen die teils mehr als 1500 Jahre alten, verzierten Tonfiguren, bunten Geschirrteile und Scherben aus der Maya- und Teotihuacán-Kultur im Tresor der Magdeburger Staatskanzlei. Die 13 Fundstücke sind dem Zeitungsbericht zufolge Teil eines ungewöhnlichen Kriminalfalls.

Ein 66-jähriger Mann aus Klötze, der seit vielen Jahren in Frankreich lebt, vergrub im Jahr 2007 die Artefakte zusammen mit zwei Gewehren seines Großvaters in einer Kunststofftonne in seiner Heimat. Vor einigen Monaten zeigte sich der Mann bei der Polizei in Salzwedel selbst an und beschrieb das Versteck im Keller seines ehemaligen Bauernhauses, wie nun ein Sprecher der Staatskanzlei bestätigte. Als die Polizei bei dem verblüfften neuen Besitzer des Hauses anrückte, fand sie nicht nur die Waffen aus dem Zweiten Weltkrieg, sondern auch die Skulpturen.

Experte bestätigte Echtheit der Skulpturen - Juristische Folgen hat das für den 66-Jährigen nicht. Die Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlungen wegen des inzwischen verjährten Waffendelikts und des Verstoßes gegen das Kulturgutschutzgesetz, das es zur Tatzeit noch nicht gab, ein.

Sachsen-Anhalt beauftragte einen Experten mit der Begutachtung der Fundstücke. Dieser bestätigte die Echtheit der Stücke, lediglich eine weitere gefundene Figur war seiner Expertise nach eine Kopie. Die Fundstücke stammen vermutlich aus illegalen Ausgrabungen in Mexiko und Guatemala. Möglicherweise erwarb der frühere Besitzer die Stücke bei einem Aufenthalt in Südamerika auf dem Schwarzmarkt.

Dem Gutachter zufolge hätten die Originale bei einem eventuellen Verkauf eine sechsstellige Eurosumme eingebracht. Nun aber sollen Mexiko und Guatemala die Fundstücke als Vertreter der rechtmäßigen Erben zurückerhalten.

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