WISSENSCHAFT UND BILDUNG


Mexiko: Unterwasserarchäologen zahlreiche Artefakte entdeckt

Baku, 20. Februar, AZERTAC

Mexikanische Archäologen haben bei Tauchgängen im wohl größten Unterwasser-Höhlensystem der Welt zahlreiche Maya-Relikte und Fossilien gefunden. Sie präsentierten unter anderem Überreste von Bären und riesigen Faultieren, aber auch einen kunstvollen Schrein zu Ehren des Maya-Gottes für Krieg und Handel.

Wissenschaftler hatten im Januar herausgefunden, dass die beiden großen Unterwasser-Höhlensysteme auf der mexikanischen Halbinsel Yucatan, Sac Actun und Dos Ojos, miteinander verbunden sind. Mit einer Gesamtlänge von 347 Kilometern bilden sie dem Nationalen Institut für Anthropologie und Geschichte (INAH) zufolge damit das größte bekannte derartige Höhlensystem der Welt.

Auf der Yucatan-Halbinsel gibt es mehrere Maya-Stätten, wie etwa Tulum oder die Pyramidenruine Chichén Itzá. Die Region ist bei Tauchern bekannt wegen ihres Netzwerks von sogenannten Cenoten - Unterwasserhöhlen und unterirdische Wasserläufe, die von den Maya häufig als religiöse Opferstätten genutzt wurden. Viele verehrten die Cenoten auch als Tore zur Unterwelt Xibalba ("Ort der Angst").

Mithilfe von Unterwassergeräten erkundeten die mexikanischen Archäologen in den vergangenen Wochen die Relikte aus vergangenen Epochen. Finanziert wurde das Projekt vom INAH.

Den Wissenschaftlern zufolge stand das Wasser in den Höhlen im Laufe der Zeit unterschiedlich hoch. In Dürrezeiten könnten sie als Trinkwasserquelle genutzt worden sein - allerdings fanden einige Menschen und Tiere nie wieder heraus.

Angaben der Archäologen zufolge erlauben die Funde Rückschlüsse bis ins Zeitalter des Pleistozäns, das 2,6 Millionen bis 11.700 Jahre zurückliegt. Unter den tierischen Überresten fanden sich auch Gomphotherien, ein Vorfahr des Elefanten. Zu den von Menschen zurückgelassenen Gegenständen gehörten neben verbrannten menschlichen Knochen Keramik und Wandmalereien.

Die Unterwasserwelt berge eine beeindruckende Menge an archäologischen Funden, und es sei erstaunlich, wie gut diese erhalten seien, sagte der Unterwasserarchäologe Guillermo de Anda. Die Forscher zeigten sich auch von der architektonischen Vielfalt in der Höhle Sac Actun beeindruckt. Als Zugang zu dem Maya-Schrein sei mitten im Dschungel eine Treppe angelegt worden.

Rund um Hunderte weitere Höhleneingänge seien Hinweise auf rituelle Feiern gefunden worden. Die Maya betrachteten Höhlen "und insbesondere solche, die zu Wasser führten, als hochheilige Orte", erläuterte das INAH. Das Institut kündigte weitere Untersuchungen der Unterwasserhöhlen an.

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