GESELLSCHAFT


Mount Everest-Höchste Müllkippe der Welt

Baku, 20. Juni, AZERTAC

Jedes Jahr kämpfen sich Hunderte Abenteuerlustige den höchsten Berg der Welt hinauf - und jedes Jahr werden es mehr. Der Mount Everest hat sich dadurch mittlerweile in die höchste Müllkippe der Welt verwandelt.

Zurückgelassene Zelte, kaputte Kletterausrüstung, leere Sauerstoffflaschen und Fäkalien säumen mittlerweile den Weg auf den höchsten Punkt der Erde in 8848 Metern Höhe.

Allein in diesem Jahr hat China bereits mehr als acht Tonnen Müll vom Mount Everest gesammelt, darunter mehr als zwei Tonnen menschliche Exkremente. 30 Bergsteiger hatten den Müll mühevoll aufgelesen.

Doch nicht nur die aktuellen Bergsteiger hinterlassen eine Müllspur. In den vergangenen Jahren war es am Mount Everest ungewöhnlich warm. Dadurch tauchte auch der Unrat längst vergangener Expeditionen aus dem Eis wieder auf.

Touristen sollen Müll einsammeln - Tibet und Nepal nehmen angesichts wachsender Müllberge auch die Touristen in die Pflicht. Seit 2015 müssen Bergsteiger in Tibet auf ihrem Weg zum Gipfel mindestens acht Kilo Unrat einsammeln. Kommen sie mit leeren Händen zurück, müssen sie 100 Dollar pro Kilogramm zahlen. Auch in Nepal gelten ähnliche Regeln. Hier drohen sogar Strafen bis zu 4000 Dollar.

Im vergangenen Jahr brachten Bergsteiger fast 40 Tonnen Abfall mit zurück - das entspricht etwa drei Doppeldeckerbussen. Laut der Nichtregierungsorganisation Sagarmatha Pollution Control Committee (SPCC), die sich für die Müllbeseitigung am Mount Everest einsetzt, liefert aber nur jeder zweite Bergsteiger die geforderte Menge an Müll ab.

Exkremente verseuchen Trinkwasser - Viele nehmen stattdessen offenbar die Strafen in Kauf. Ein Aufstieg auf den Mount Everest kostet bis zu 100.000 Dollar. Dagegen sind die Strafzahlungen von wenigen Hundert oder Tausend Dollar Peanuts. "Es gibt einfach nicht genug Überwachung in den Hochlagern, um sicherzustellen, dass der Berg sauber bleibt", kritisieren ortsansässige Sherpas, die die Touristen auf ihrem Weg zum Gipfel begleiten.

Zudem müssten die Sherpas immer häufiger auch die Ausrüstung der Bergsteiger mit sich tragen, weil diese dazu nicht in der Lage seien. Dadurch könnten sie nicht auch noch Müll mit sich schleppen.

Die Exkremente der Bergsteiger stellen ein besonderes Problem dar. Denn die werden häufig entweder gar nicht oder in Sickergruben nahe des Dorfes Gorak Shep entsorgt. Während des Monsuns können diese jedoch überlaufen und so das Trinkwasser verseuchen. Die chinesische Regierung arbeitet deshalb an umweltfreundlichen Toiletten. Zudem sind bis 2020 noch 45 weitere Aufräumaktionen auf dem Mount Everest geplant.

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