GESELLSCHAFT


Mysteriöse Krankheit in Indien

Baku, 8. Dezember, AZERTAC

In Indien ist eine unbekannte Krankheit ausgebrochen, deren Ursprung nun untersucht wird. Seit vergangenem Samstag sind in der Stadt Eluru im südostindischen Bundesstaat Andhra Pradesh mehrere Hundert Menschen ins Krankenhaus gekommen. Ein Patient sei verstorben, berichtet die Website "India Today".

Der Website zufolge hat eine vorläufige Analyse von Testberichten ergeben, dass chemische Substanzen in Schädlingsbekämpfungsmitteln eine Rolle bei den Erkrankungen gespielt haben könnten. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, untersuchen die indischen Behörden nun sogenannte Chlorkohlenwasserstoff-Pestizide. Die britische "BBC" berichtet zudem, dass im Blut der Erkrankten hohe Konzentrationen an Blei und Nickel gefunden worden seien.

Mehr als 450 Menschen sollen sich den Berichten zufolge mit Schwindel, Ohnmachtsanfällen, Kopfschmerzen und Erbrechen im Krankenhaus befinden. Sie seien negativ auf Sars-CoV-2 getestet worden. Der Zeitung "Times of India" zufolge gibt es bislang keine Anzeichen für eine Infektionskrankheit und auch nicht für eine Ansteckung von Mensch zu Mensch. Ein medizinisches Expertenteam sei unterwegs in die Region, heißt es vom indischen Gesundheitsministerium.

Anreicherung im Fettgewebe: Wasserverschmutzung als Ursache für die Erkrankung konnte demnach offenbar bereits ausgeschlossen werden. Substanzen mit Chlorkohlenwasserstoffen seien nun eine Möglichkeit, sagte Geeta Prasadini, Direktorin für öffentliche Gesundheit in Andhra Pradesh. Man erwarte derzeit die Ergebnisse der Tests. In den vergangenen 24 Stunden habe es keine neuen Fälle gegeben.

Chlorkohlenwasserstoffe sind in vielen Ländern verboten, da sie negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben könnten. Einige der Schadstoffe verbleiben jedoch jahrelang in der Umwelt und reichern sich im tierischen und menschlichen Körperfett an oder auch in Nervenzellen.

Unklar ist, wo und durch wen das Mittel in Indien eingesetzt wird. Den Berichten zufolge wurde es unter anderem als DDT in Mückenschutzmitteln gefunden. DDT steht unter Verdacht, beim Menschen Krebs auszulösen, wird aber noch immer etwa im Kampf gegen die Ausbreitung der Malaria eingesetzt.

Die schweren Krankheitsfälle treffen in Indien auf eine durch die Corona-Pandemie stark getroffene Bevölkerung. Nach den USA ist Indien das Land mit den meisten Sars-CoV-2-Infektionen, insgesamt haben sich dort laut Johns-Hopkins-Universität mehr als 9,7 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert.

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