WELT


NASA entwickelt Konzept für bemannte Venus-Mission

Baku, 18. Oktober, AZERTAC

Die Venus ist kein sehr gastfreundlicher Ort. Die Oberflächentemperaturen reichen aus, um Blei zu schmelzen, die Atmosphäre ist korrosiv und der Druck ist dank der dichten Atmosphäre entspricht jenem, der auf der Erde 900 Meter unter Wasser herrscht. Trotzdem entwickelt die NASA Pläne für eine bemannte Mission zu unserem inneren Nachbarn, wie AZERTAC unter Berufung auf die nationale Luft- und Raumfahrtbehörde der USA berichtet. Das High Altitude Venus Operational Concept (HAVOC) sieht vor, Astronauten zum Venus zu schicken. Zwar herrschen auf der Oberfläche des Planeten Temperaturen von etwa 460 Grad Celsius, in höheren Schichten der Atmosphäre können die Bedingungen aber weitaus angenehmer für Menschen sein.

Ein Datum für eine Mission gibt es derzeit nicht, das Konzept ist eher als Langzeigplan zu verstehen. Technisch machbar wäre ein solcher Besuch auf der Venus aber wohl bereits heute, auch wenn vorher kleinere Aufklärungsmissionen notwendig wären. Astronauten könnten dann in Luftschiffen, die in der oberen Atmosphäre der Venus schweben, eine Basis bewohnen, die längere Aufenthalte möglich machen würde. Die obere Venusatmosphäre gilt als der erdähnlichste Ort im Sonnensystem.

In einer Höhe von etwa 55 Kilometer liegt der Luftdruck etwa auf dem Niveau, das auf der Erde am Gipfel des Kilimanjaro anzutreffen ist. Die Temperaturen liegen zwischen 20 und 30 Grad Celsius. Zudem ist die Atmosphäre noch dicht genug, um Menschen vor Weltraumstrahlung zu schützen und das Sonnenlicht, das wegen der kleineren Distanz zu unserem Stern stärker ist, könnte als Energiequelle dienen. Die Luftschiffe würden sich dann vom Wind um den Planeten tragen lassen. Dabei könnten sie mit einer atembaren Gasmischung gefüllt sein, weil diese in der dichten Venus-Atmosphäre genug Auftrieb generiert.

Das Luftschiff müsste aber gegen Korrosion durch die Schwefelsäure, die in der Atmosphäre vorhanden ist. Das ließe sich aber durch eine Beschichtung mit Teflon oder anderen Kunststoffen relativ einfach erreichen. Mit einem chemischen Schutzanzug und einer Atemluftversorgung könnten sich Menschen sogar auf einer Freiluft-Aussichtsplattform aufhalten. Theoretisch wäre es sogar möglich, dass es andere Lebensformen in der Venus-Atmosphäre gibt. Bestimmte irdische Organismen könnten unter den dortigen Bedingungen überleben.

© Jede Verwendung von Materialien muss durch den Hyperlink kenntlich gemacht werden
Wenn Sie einen Fehler im Text finden, markieren Sie ihn durch drücken der Tasten ctrl+enter und senden Sie ihn uns

KONTAKT MIT DEM AUTOR

Füllen Sie die erforderlichen Stellen mit Zeichen* aus

Bitte geben Sie die Buchstaben wie oben gezeigt ein.
Egal, ob die Buchstaben groß oder klein sind