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Olympische Spiele in Tokio: Noch 100 Tage vor Olympia

Tokio, 14. April, AZERTAC

In 100 Tagen sollen die Olympischen Spiele in Tokio beginnen. Ob das wirklich klappt, kann jetzt noch niemand sagen. Die Athleten bereiten sich mit Hochdruck auf das sportliche Highlight vor - so gut es eben geht.

Am 23. Juli, dürften die Olympischen Sommerspiele in Tokio eröffnet werden. Die Lage mit dem Coronavirus bleibt bedrohlich.

Noch sind viele Fragen offen. Aber eines ist klar: Tokio 2021 - das werden Notspiele unter strengen Auflagen. 100 Tage bleiben den Organisatoren ab Mittwoch noch, ehe im Olympiastadion die Flamme für die Spiele im Zeichen der Pandemie entzündet werden soll. "Wir tun unser Äusserstes für die Massnahmen gegen das Coronavirus", beteuerte Japans Ministerpräsident Yoshihide Suga gerade erst wieder. Und die Organisationschefin Seiko Hashimoto sagte jüngst in einem Beitrag beim US-Sender NBC: "Unsere erste und wichtigste Priorität ist es, eine sichere Umgebung mit Blick auf Covid-19 zu schaffen."

Den ausländischen Olympia-Fans wird deshalb die Einreise verwehrt, mehr als 600'000 Tickets waren offiziell schon an diese Gruppe abgesetzt worden. Auch die Zahl von Helfern, Funktionären und Gästen von Sponsoren und Verbänden aus dem Ausland soll drastisch reduziert werden. Für alle zugelassenen Beteiligten werden bis Juni eine Reihe von Handbüchern erstellt, die bis ins Detail die Verhaltensregeln für Einreise und Aufenthalt festlegen. Ziel ist es, eine Olympia-Blase zu schaffen und Kontakte zu Tokios Bevölkerung zu minimieren.

Der olympische Fackellauf gibt einen Vorgeschmack, wie es ablaufen könnte. Rund 10'000 Läufer sollen die Fackel wie in einer Staffel durch alle 47 Präfekturen tragen, ehe am 23. Juli im Olympiastadion das Feuer entzündet wird. Wegen der Sorge um eine Ausbreitung des Coronavirus sollen die Japaner das Geschehen möglichst nur im Internet verfolgen. An der Strecke darf nur geklatscht, nicht aber gejubelt werden.

Eine erneute Verschiebung der Spiele in Tokio ist allerdings kaum eine Option. Allein die Verlegung um ein Jahr soll die Organisatoren wegen zusätzlicher Ausgaben für Mieten, Personal, Ausrüstung und Lagerflächen knapp 2 Milliarden Franken kosten. Diese Mehrkosten wird Japan kaum noch ein weiteres Mal aufbringen wollen, obwohl die Bevölkerung sich in Umfragen eher gegen eine Durchführung 2021 ausspricht. Auch für die Corona-Massnahmen sind bereits viele Millionen in die Vorbereitung der Sommerspiele geflossen, die dann wohl verloren wären.

Zudem haben Japans Organisatoren immer wieder beteuert, mit den Spielen ein Zeichen für den Sieg gegen Corona setzen zu wollen.

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