WELT


Peking-Regierung will Zölle auf US-Güter im Wert von 34 Milliarden Dollar erheben

Baku, 4. Juli, AZERTAC

Die Zeichen im Handelsstreit zwischen den USA und China stehen auf Eskalation: Die Volksrepublik will ab Freitag Zölle auf US-Güter im Wert von 34 Milliarden Dollar erheben. Sie sollen am 6. Juli um Mitternacht chinesischer Zeit in Kraft treten, berichtete die Agentur Reuters unter Berufung auf Insider. China hatte diesen Schritt bereits angekündigt, er gilt als Vergeltungsschlag. Peking betonte aber, man werde abwarten, ob Washington die angekündigten Zölle wirklich umsetzt.

Denn ebenfalls ab Freitag wollen die USA Sonderzölle auf chinesische Importe im Wert von 34 Milliarden Dollar erheben. Damit steigt die Gefahr, dass der Konflikt in einen Handelskrieg ausartet. Die USA gehen nicht nur auf Konfrontation zur Führung in Peking, sondern liefern sich auch mit Ländern wie Kanada und mit der EU einen Handelsstreit.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die USA zur Kompromissbereitschaft aufgerufen. "Es lohnt sich alle Mühe, diesen Konflikt, damit er nicht zu einem wirklichen Krieg wird, zu versuchen zu entschärfen", sagte sie während der Haushaltsdebatte im Bundestag. "Aber dazu gehören natürlich zwei Seiten." Das gute Funktionieren der Weltwirtschaft hänge von einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit ab: "Dies muss auch weiter geschehen. Deutschland wird sich jedenfalls dafür einsetzen und die gesamte Europäische Union."

Die USA stoßen mit ihrer protektionistischen Linie international immer stärker auf Widerstand: Zahlreiche Staaten haben bei der Welthandelsorganisation (WTO) die US-Zollpläne für die Einfuhr von Autos und Autoteilen kritisiert. Mehr als 40 Länder, darunter alle 28 EU-Staaten, warnten Teilnehmern zufolge vor einer Störung des Weltmarkts und einer Bedrohung für das System der WTO. Japan habe erklärt, zusätzliche Zölle auf Autos könnten eine Spirale von Gegenmaßnahmen auslösen und zu einem Zusammenbruch des auf Regeln basierenden internationalen Handelssystems führen. Russland erklärte den Angaben zufolge, die USA büßten ihre Reputation als verlässlicher Handelspartner ein.

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