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Peru baut Mais schon vor 5000 Jahren

Baku, den 26. Februar (AZERTAG). Schon vor Jahrtausenden bauten Menschen in Amerika Mais an. Doch aßen sie das Getreide schon regelmäßig - oder diente es vor allem zeremoniellen Zwecken? Neue Analysen von Steinwerkzeugen und Bodenproben lösen diese archäologische Streitfrage.

Vor 5000 Jahren errichteten Menschen an der Pazifikküste des heutigen Perus große Siedlungen und kultivierten Mais. Doch in welchem Umfang ernährten sie sich damals von dem Getreide? Einige Archäologen gingen davon aus, dass die vom sogenannten Teosinte-Gras abstammende Pflanze damals in erster Linie bei zeremoniellen Anlässen verspeist wurde. Andere meinten, es sei ein Grundnahrungsmittel gewesen.

Forscher um Jonathan Haas vom Field Museum in Chicago (US-Bundesstaat Illinois) haben nun archäologische Funde aus der Region Norte Chico nördlich von Lima untersucht, um diese Frage zu klären. Wie sie im Fachmagazin „Proceedings of the National Academy of Sciences“ berichten, deuten ihre Analysen darauf, dass Mais großflächig angebaut wurde und einen erheblichen Teil der Nahrung ausmachte.

Die Forscher untersuchten bei archäologischen Grabungen entdeckte Steinwerkzeuge sowie fossile Exkremente, die zwischen 3800 und 5000 Jahre alt waren. Zusätzlich analysierten sie Bodenproben. Die meisten Funde stammen aus den küstennahen Siedlungen Caballete und Huaricanga.

Mais-Reste an fast allen Steinwerkzeugen - Bei etwa der Hälfte der 126 Bodenproben stießen die Wissenschaftler auf Maispollen. Dass diese von heute angebautem Mais stammen, konnten die Forscher ausschließen, da sich die Größe der Pollen deutlich unterscheidet.

An elf von 14 untersuchten Steinwerkzeugen, die etwa zum Schneiden oder Zerstampfen genutzt wurden, fanden sie überwiegend oder ausschließlich Rückstände von Mais. Zudem stützten die Untersuchungen der Fäkalienreste die Vermutung, dass die Menschen damals viel Mais aßen. Über zwei Drittel der menschlichen Exkremente und drei Viertel derjenigen von Hunden enthielten Spuren des Getreides - mehr als von jedem anderen Lebensmittel. Die Analyse zeigt, dass die Menschen sich außerdem von Süßkartoffeln, Guaven und Sardellen ernährten.

„Diese Daten stützen den Schluss, dass Mais ein Grundnahrungsmittel und eine Hauptquelle für Stärke war und nicht nur zu zeremoniellen Gelegenheiten konsumiert wurde“, betonen die Wissenschaftler.

 

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