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Pirelli bringt für Rennen in Baku drei weichsten Mischungen

Baku, 3. Juni, AZERTAC

Pirelli setzt beim Formel-1-Rennen in Baku auf eine aggressivere Reifenwahl als beim bislang letzten Grand Prix in Aserbaidschans Hauptstadt vor zwei Jahren. Wie Sportchef Mario Isola gegenüber "Motorsport-Total.com" bestätigte, kommen am Wochenende die drei weichsten Mischungen C3 (hart), C4 (medium) und C5 (soft) zum Einsatz.

"Alle drei Mischungen sind eine Stufe weicher", sagt Isola: "2019 hatten wir C2, C3 und C4 dabei, aber niemand hatte den C2 während des Rennens genutzt. Es war ein Ein-Stopp-Rennen mit C3 und C4, die in diesem Jahr der harte Reifen und der Medium sind. Ich denke, mit dem C5 haben wir eine zusätzliche Strategieoption für das Rennen geschaffen."

Isola erwartet einen deutlicheren Reifenverschleiß als noch 2019, rechnet jedoch bei den meisten Fahrern wieder mit nur einem Boxenstopp. "Wenn wir auf die Optionen bei zwei Stopps schauen, dann sind sie langsamer als nur ein Stopp. Aber wir müssen abwarten, wie stark der Verschleiß und das Graining sind", so der Italiener.

Zeitverlust vor allem im Verkehr - Besonders bei den beiden weicheren Mischungen erwartet Pirelli Graining, also das Verkörnen der oberen Gummi-Lauffläche eines Reifens unter zu starker Temperaturbelastung.

Der Grund, warum eine Einstoppstrategie in Baku die schnellere Lösung sei, liege laut Isola nicht unbedingt am Zeitverlust in der Boxengasse. "Sie verlieren nicht viel Zeit in der Boxengasse, wir schätzen 21 Sekunden. Es liegt also nicht am Zeitverlust in der Box, sondern am Verkehr. Es hängt auch davon ab, wie stark [die Reifen] abbauen und überhitzen", sagt er.

Der Baku City Circuit sei aufgrund seiner Streckenführung zudem zusätzlich kompliziert für die Reifen. "Das schwierigste ist es, eine gute Balance zwischen Vorder- und Hinterachse zu finden, denn die meisten Kurven sind 90-Grad-Kurven. Und man benötigt viel Traktion auf der Hinterachse, weshalb man viel Energie nach hinten packt", erklärt Isola.

Isola hofft auf mehr Action - Zudem sei der Anbremspunkt hin zur ersten Kurve kritisch, da sich die Reifen auf der mehr als zwei Kilometer langen Start- und Zielgeraden stark abkühlen und Verbremser in der ersten Kurve leicht möglich sind. Diese jedoch belasten die Reifen stark.

Isola merkt an, dass der weichere Reifen zwar seine Temperatur schneller aufbaue, den Teams bei der Balance des Autos aber nicht helfe. "Daher haben sie noch Arbeit zu verrichten und hoffentlich sehen wir mehr Action dadurch", so Isola weiter.

Den Zeitunterschied zwischen der soften Mischung und den Medium-Reifen bemisst Isola an diesem Wochenende auf "etwas mehr als eine halbe Sekunde", weshalb er es für möglich hält, dass die Topteams im Qualifying in Q2 versuchen könnten, sich auf den Mediums zu qualifizieren.

"Wenn das Delta nicht zu groß ist, könnten sie es versuchen. Wenn der Unterschied aber deutlich höher ist, zum Beispiel rund eine Sekunde, geht man ein großes Risiko ein", stellt er klar.

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