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Pirelli liefert keine Sonderreifen in Zandvoort

Baku, 3. September, AZERTAC

Eigentlich hatte Pirelli geplant, spezielle Reifen mit nach Zandvoort zu bringen, die den Anforderungen mit den Steilkurven gerecht werden können. Doch mittlerweile ist der Reifenhersteller überzeugt davon, dass auch die überarbeitete Konstruktion für ein sicheres Rennen ausreichen sollte.

Die Pläne hatte es nämlich ursprünglich für das Comeback 2020 gegeben, das jedoch aufgrund der Coronapandemie ausfallen musste. Weil man aber in diesem Jahr eine neue Konstruktion hat, sieht Pirelli keine Notwendigkeit mehr für einen angepassten Reifen.

Das war im Vorjahr noch anders. Damals wusste niemand, wie es in Zandvoort aussehen würde. "Die Strecke war noch nicht fertiggestellt und sie haben noch an den beiden [Steil]Kurven und einem Großteil der Strecke gearbeitet", sagt Pirelli-Manager Mario Isola.

Der Plan sah vor, die Zandvoort-Reifen in einem der Trainings davor zu testen. Doch weil die Saison bis Juli aufgrund der Pandemie ausgesetzt wurde, wurde daraus nichts - zumal das Rennen ohnehin nicht stattfand.

Jetzt ist man in Zandvoort und hat noch keinen Meter absolviert, trotzdem hält Isola einen Sonderreifen nicht für nötig: "Ich glaube, jetzt haben wir viel bessere Informationen und ein besseres Produkt. Aus diesen beiden Gründen brauchen wir in Zandvoort keine andere Konstruktion."

Silverstone und Spa schlimmer - Pirelli hat von den Teams genauere Daten aus dem Simulator erhalten, um die Belastungen auf die Reifen zu kalkulieren. Vor allem die beiden Steilkurven stehen im Fokus, nachdem die Formel 1 damit nicht unbedingt gute Erfahrungen gemacht hat, wenn man an Indianapolis 2005 zurückdenkt. Damals verzichteten alle Michelin-bereiften Fahrzeuge aus Sicherheitsgründen auf einen Start.

Pirelli wird den Teams auch in Zandvoort wieder einige Vorgaben bezüglich Sturz und Reifendruck mit an die Hand geben. Diese sollen laut Isola aber nicht "verrückt" ausfallen, sondern sich auf ähnlichem Niveau wie auf anderen schwierigen Strecken bewegen.

Denn so schlimm sei Zandvoort auch nicht. Einzig die beiden Steilkurven sorgen für höhere Belastungen als bei einer flachen Kurve, "aber dann sehen wir die absoluten Zahlen und haben auch andere Strecken mit einer solchen Schwierigkeit."

So seien etwa Silverstone oder Spa schlimmer zu den Reifen als der Kurs in den Niederlanden. "Es sind ja nur zwei Kurven mit Banking - na gut, eineinhalb, weil die eine sehr kurz ist", sagt Isola. "Das beeinflusst die Vorgaben, aber macht keine Revolution daraus."

Kaum eigene Daten im Vorfeld - Allerdings muss Isola zugeben, dass man vor dem Wochenende relativ wenig Informationen über den Asphalt hatte. Diese einzuholen sei aufgrund der Corona-Einschränkungen auch schwierig gewesen, weil man nicht mehr so einfach Ingenieure an die Strecke schicken kann.

"Wenn wir für die Formel 1 zu einem Event reisen, haben wir einige Ausnahmen. Die haben wir aber nicht, wenn wir auf eigene Faust reisen und zusätzliche Messungen vornehmen", sagt Isola. "Es ist daher relativ schwierig, im Vorfeld an Daten zu kommen."

Pirelli geht in Zandvoort auf Nummer sicher und bringt die drei härtesten Mischungen C1, C2 und C3 mit an die Strecke.

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