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Reinigungslauge in chinesischer Milch entdeckt

Baku, den 28. Juni (AZERTAG). Eine chinesische Molkerei hat einen Rückruf ihrer Produkte gestartet, weil Reinigungslauge hinein geraten ist. Zuvor musste bereits ein anderer Hersteller Babynahrung zurücknehmen, weil darin Quecksilber gefunden wurde. Chinas Milchwirtschaft kommt nicht aus der Kritik.

Die Serie von Skandalen um verseuchte Milchprodukte aus China reißt nicht ab. Das Unternehmen Bright Dairy & Food rief rund 300 Pakete Milch zurück, in die Reinigungslauge geraten war. Die Molkerei war erst von Verbrauchern darauf aufmerksam gemacht worden, dass die in einer Fabrik in Shanghai abgefüllte Milch schlecht rieche und verfärbt sei, wie staatliche Medien am Donnerstag berichteten.

Erst vor knapp zwei Wochen hatte der größte Molkereikonzern des Landes, Inner Mongolia Yili Industrial Group, mehrere Chargen Babynahrung zurückgerufen, weil darin erhöhte Mengen Quecksilber gefunden worden waren.

Chinas Milchwirtschaft kämpft seit langem darum, das durch eine ganze Reihe von Skandalen verloren gegangene Vertrauen wiederzuerlangen. So war 2008 bekanntgeworden, dass Milch mit der Industriechemikalie Melamin versetzt worden war. Das Melamin wurde in illegalen Fabriken hergestellt und Züchtern sowie Molkereien verkauft. An der verseuchten Milch erkrankten 300.000 Kinder, vier starben. Zahlreiche Lebensmittel mussten weltweit aus dem Handel genommen werden.

In 31 Provinzen des Landes wurden daraufhin Kommissionen eingerichtet, die das gesamte System der Milchproduktion und -vermarktung überprüfen und reformieren sollen. Seit Bekanntwerden des Skandals hatten mehr als ein Dutzend afrikanischer und asiatischer Staaten sowie die Europäische Union Einfuhrbeschränkungen für chinesische Milchprodukte verhängt.

Melamin ist eine Chemikalie, die zur Kunststoffherstellung und in Düngemitteln verwendet wird. Sie verursacht Nierenerkrankungen. In Milchpulver täuscht Melamin einen höheren Proteingehalt vor.

Nur zwei Jahre später erschütterte ein neuer Lebensmittelskandal die Glaubwürdigkeit der chinesischen Wirtschaft und ihrer Kontrolleure. Damals fanden die Behörden tonnenweise versuchtes Milchpulver - darunter auch Restbestände, die eigentlich 2008 vernichtet werden sollten.

In der Provinz Qinghai wurden damals 64 Tonnen Material für die Herstellung von Milchpulver und 12 Tonnen fertig gestelltes Pulver entdeckt, die mit Melamin verseucht waren. In einem anderen Fall im nordöstlichen Jilin wurden rund tausend Packungen Milchpulver aus dem Verkehr gezogen. Die gefundenen Milchprodukte überschritten die zulässigen Grenzwerte für Melamin um das 500-fache.

Chinesische Gerichte haben nach den Vorfällen im Jahr 2010 mindestens 21 Verantwortliche vor Gericht gestellt, zwei wurden zum Tode verurteilt und im November 2010 hingerichtet.

 

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