WELT


Saudi-Arabien stellt Flüge von und nach Toronto ein

Baku, 7. August, AZERTAC

Im Streit mit Kanada hat Saudi-Arabien nun auch den Flugverkehr in das nordamerikanische Land gestoppt. Die Staatslinie Saudia teilte am Montagabend mit, ab dem 13. August alle Flüge von und nach Toronto - dem einzigen Zielort in Kanada - einzustellen.

Schon am Sonntag hatte Saudi-Arabien den kanadischen Botschafter Dennis Horak ausgewiesen und ein neues Handels- und Investitionsabkommen zwischen beiden Staaten eingefroren. Anlass war ein Tweet der kanadischen Außenministerin Chrystia Freeland vom Donnerstag. Darin heißt es, Kanada sei ernsthaft besorgt wegen neuer Festnahmen von Aktivistinnen für die Zivilgesellschaft sowie Frauenrechte in Saudi-Arabien, einschließlich von Samar Badawi. "Wir bitten die saudi-arabischen Behörden dringend, sie und alle anderen friedlichen Menschenrechtsaktivisten freizulassen."

Das saudi-arabische Außenministerium sieht darin eine eklatante und unzulässige Einmischung in innere Angelegenheiten des Landes, die gegen alle internationalen Normen und Protokolle verstoße. Als Folge würden auch Ausbildungs-, Studien- und Stipendienprogramme mit Kanada ausgesetzt, berichtete der staatliche Fernsehsender Al-Echbarija.

Tausende Studenten sollen aus Kanada gebracht werden - Ein Vertreter des Bildungsministeriums, Dschassem al-Harbarsch, sagte dem Sender, 7000 saudi-arabische Studenten und ihre Familien sollten aus Kanada in andere Länder gebracht werden, um dort ihre Studienprogramme fortzuführen. Die meisten kämen nach Großbritannien oder in die USA. "Wir haben schon mit der Koordination mit den dortigen Programmen angefangen", sagte Harbarsch. Andere Studenten könnten demnach nach Irland, Australien, Neuseeland, Japan und Singapur versetzt werden.

Die kanadische Außenministerin nannte es eine "Schande", sollte Studenten aus Saudi-Arabien die Chance auf ein Studium in Kanada verwehrt bleiben. Über die Ausweisung des kanadischen Botschafters sowie den Rückruf des saudi-arabischen Botschafters sei man "ernsthaft besorgt", heißt es in einer Mitteilung des Ministeriums vom Montag.

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