GESELLSCHAFT


Save the Children: Babys-Körper ausgemergelt vom Hunger"

Baku, 19. September, AZERTAC

Die Situation der Kinder im Jemen verschlechtert sich zusehends: "Millionen Kinder wissen nicht, wann oder ob sie die nächste Mahlzeit bekommen", sagte die Chefin der Hilfsorganisation Save the Children, Helle Thorning-Schmidt. Sie habe ein Krankenhaus im Norden Jemens besucht - dort seien "die Babys zu schwach zum Weinen, ihre Körper ausgemergelt vom Hunger".

Würden Hilfslieferungen wegen der Kämpfe um die Hafenstadt Hodeida unterbrochen, könne "der Hungertod ein noch nie dagewesenes Ausmaß" annehmen, warnt die Organisation. Die Preise für Lebensmittel und Treibstoff schnellten in die Höhe, dadurch steige die Zahl der von Hunger bedrohten Kinder um eine Million auf 5,2 Millionen.

Der Krieg im Jemen drohe "eine ganze Generation von Kindern zu töten, die mit zahlreichen Gefahren konfrontiert sind, von Bomben über Hunger bis zu vermeidbaren Krankheiten wie Cholera", sagte die ehemalige dänische Regierungschefin Thorning-Schmidt. Sollte der Hafen von Hodeida geschlossen werden, bringe dies das Leben von Hunderttausenden Kindern unmittelbar in Gefahr und treibe Millionen weitere Menschen in den Hunger.

Die Huthi-Rebellen im Jemen warfen der Regierung und ihrem Verbündeten Saudi-Arabien vor, absichtlich Lebensmittellager anzugreifen. Die von Saudi-Arabien angeführte Koalition wiederum hatte angekündigt, eine "Militäraktion zur Befreiung von Hodeida und seines Hafens" fortzusetzen. Laut Angaben der Vereinten Nationen könnten stärkere Kämpfe in Hodeida Lebensmittelhilfen für acht Millionen dringend hilfsbedürftige Menschen stoppen. Der Uno zufolge handelt es sich um die schwerste humanitäre Krise weltweit.

Im Jemen herrscht seit 2014 ein Bürgerkrieg, in dem laut Uno-Angaben bereits etwa 10.000 Menschen getötet wurden, unter ihnen Tausende Zivilisten. Am 24. August starben mindestens 20 Kinder durch Raketenbeschuss, kurz zuvor waren im Nordjemen Dutzende Kinder bei einem Luftangriff auf einen Schulbus getötet worden.

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