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Schachturnier zur Erinnerung an Vugar Gashimov zu Ende gegangen

Carlsen ist wieder die klare Nummer eins

Baku, 9. April, AZERTAC

Das Turnier zur Erinnerung an den aserbaidschanischen Weltklasse-Großmeister Vugar Gashimov heute zu Ende gegangen.

Mit 1,5 Punkten Vorsprung vor seinen Verfolgern stand Magnus Carlsen schon vor der neunten und letzten Runde des Vugar Gashimov Memorials in Shamkir als Turniersieger fest. Doch ein schnelles Remis mit Weiß gegen Alexander Grischuk war Carlsen nicht genug. Der Weltmeister zeigte erneut eine souveräne Vorstellung und krönte seinen Turniersieg mit einer phantastisch starken Partie. Damit hat Carlsen die letzten drei Partien in Shamkir gewonnen, kommt auf eine Elo-Performance von 2991 und ist seit 50 Partien ohne Niederlage. Die anderen vier Partien der Runde endeten alle mit Remis.

Mit seinem überzeugenden Sieg in Shamkir bestätigte Carlsen einmal mehr, dass er der beste Schachspieler der Welt ist. Im November 2018 konnte Carlsen beim WM-Kampf gegen Fabiano Caruana keine der zwölf klassischen Partien des Wettkampfs und verteidigte seinen Weltmeistertitel erst durch einen 3-0 Sieg im Schnellschach-Tiebreak. Außerdem war Carlsens Stellung als Nummer eins der Weltrangliste in Gefahr. Im Januar 2010 hatte sich Carlsen als jüngster Spieler aller Zeiten erstmals an die Spitze der Weltrangliste gesetzt und seit Juli 2011 ist der Norweger immer die Nummer eins der Weltrangliste gewesen. Doch im November 2018 war Caruana dem Weltmeister gefährlich nahe gekommen: mit einer Elo-Zahl von 2835 Punkten lag Carlsen im November 2018 nur ganze drei Punkte vor Caruana, der 2832 Elo-Punkte auf die Waage brachte. Eine einzige Partie von Caruana oder Carlsen hätte genügt und Caruana wäre die neue Nummer eins gewesen.

Anfang 2019 gelang Carlsen dann beim Turnier in Wijk aan Zee in den ersten vier Partien kein einziger Sieg und blieb damit in 21 Partien in Folge ohne Sieg – allerdings auch ohne Niederlage. Der Weltmeister schien in einer Krise, der frühere Zauber Carlsens verschwunden zu sein. Und schon während des WM-Kampfes in London gegen Caruana waren Gerüchte aufgetaucht, Carlsen hätte die Lust am Schach verloren und würde überlegen, sich vom Schach zurückzuziehen.

Doch jetzt, drei Monate nach dem Turnier in Wijk, haben sich diese Gerüchte verflüchtigt und die Schachwelt sieht wieder anders aus. Nach seinen vier Remis zum Auftakt gewann Carlsen in Wijk am Ende mit 9 Punkten aus 13 Partien (+5, =8) und holte seinen siebten Turniersieg in Wijk, kein anderer Spieler vor oder nach ihm hat dieses starke Traditionsturnier so oft gewonnen. Und nach Carlsens Turniersieg in Shamkir liegt der Weltmeister in der virtuellen Weltrangliste mit 2860,8 Punkten wieder eindeutig in Führung und hat ganze 44,4 Punkte mehr als Caruana, die Nummer zwei der Welt, der auf 2816,4 Punkte zurückgefallen ist.

Die Freude am Schach scheint ebenfalls zurück zu sein. So erklärte Carlsen nach seinen Angriffssiegen gegen Anish Giri in Runde sieben und Sergey Karjakin in Runde acht des Turniers in Shamkir: "Natürlich haben die letzten beiden Partien Spaß gemacht; ich konnte interessantes, dynamisches Angriffsschach spielen. Das ist nicht die Art, in der ich Partien normalerweise gewinne. Die letzten beiden Tagen haben ganz einfach viel Spaß gemacht."

Auch die Serie von 21 Remispartien in Folge hat sich in eine andere Serie verwandelt: wie der norwegische Schachjournalist Tarjei Svensen nachgezählt hat, ist Carlsen nach seinem Sieg gegen Grischuk in der Schlussrunde des Turniers in Shamkir seit 50 Partien ungeschlagen. In Shamkir hat Carlsen eine erstaunliche Performance von 2991 erzielt, laut Svensen Carlsens zehnte 2900+ Performance im Laufe seiner Karriere.

In elf Tagen, am 20. April 2019, beginnt die erste Runde der GRENKE Chess Classic. Auch da ist Carlsen wieder am Start und wird seine Sieges- und Erfolgsserien fortsetzen wollen.

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