WISSENSCHAFT UND BILDUNG


Schon wieder flog ein Asteroid an der Erde vorbei

Baku, 17. April, AZERTAC

Bis zum Samstag wusste niemand etwas von dem Asteroiden, der sich der Erde mit etwa 100.000 Kilometern pro Stunde näherte. Gerade mal 21 Stunden vor dem Vorbeiflug war der Himmelskörper von Nasa-Astronomen in Arizona entdeckt worden. Knapp 200.000 Kilometern betrug schließlich der minimale Abstand zwischen Erde und Asteroid. Das entspricht etwa der halben Strecke von der Erde zum Mond - zumindest nach kosmischen Maßstäben eine geringe Distanz.

Solche kurzfristigen Entdeckungen bislang unbekannter Asteroide gibt es immer wieder. Doch 2018 GE3, wie er nun offiziell heißt, gehört zu den vergleichsweise großen Himmelskörpern. Im Falle einer Kollision mit der Erde hätte er zumindest lokal einige Schäden anrichten könnten.

Die Nasa bezifferte seine Größe mit 50 bis 100 Metern. 2018 GE3 dürfte damit größer sein als jener Asteroid, der 1908 das Tunguska-Ereignis verursachte. Damals waren in Sibirien nach einer oder mehreren Explosionen Millionen Bäume umgeknickt. Seismografen in Europa und Nordamerika registrieren die Erschütterung.

Asteroiden gelten als Überbleibsel der Entstehung unseres Sonnensystems vor rund 4,6 Milliarden Jahren. Die meisten von ihnen ziehen fernab der Erde zwischen den Planeten Mars und Jupiter um die Sonne, manche können jedoch auch der Erde gefährlich nahekommen.

Beim letzten größeren Einschlag im Februar 2013 gab es im russischen Tscheljabinsk eine gewaltige Explosion, als der Asteroid in großer Höhe auseinanderbrach. Die Schockwelle brachte im Umkreis von Dutzenden Kilometern Fensterscheiben zum Bersten - etwa 1500 Menschen wurden verletzt. Der Tscheljabinsk-Asteroid war etwa 20 Meter groß.

Die möglichen Schäden eines Einschlags hängen von der Größe und der Beschaffenheit des Asteroiden ab. Kleinere Objekte werden beim Eintritt in die Atmosphäre nahezu pulverisiert. Mit zunehmender Größe steigt das Risiko, dass ein größerer Brocken es bis zur Erdoberfläche schafft.

Vor 65 Millionen Jahren schlug beispielsweise ein etwa zehn Kilometer großer Asteroid im heutigen Mexiko ein. Beim Crash wurde Energie in einer Entsprechung von Millionen Atombomben freigesetzt, Ruß und Staub verteilten sich in der Atmosphäre weltweit, es kam zu einem Massensterben. Als prominenteste Opfer gelten die Dinosaurier.

Mit Teleskopen versuchen Astronomen, Asteroiden systematisch zu erfassen und ihre Bahndaten zu berechnen. Bei kleineren Objekten, die nur wenig Licht reflektieren und zudem meist sehr weit weg von der Erde durchs Sonnensystem fliegen, ist das nicht leicht. Nach Nasa-Angaben wurden bislang fast 18.000 sogenannte Near Earth Asteroids entdeckt. Etwa 1000 davon sind größer als einen Kilometer, weitere 8000 größer als 140 Meter. Den Daten zufolge ist das Risiko für Einschläge auf der Erde in den kommenden 200 Jahren jedoch sehr klein.

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