WELT


Schwere Unwetter in Brasilien: 19 Tote bei Erdrutschen und Überschwemmungen

Baku, 31. Januar, AZERTAC

In Brasilien sind durch Erdrutsche und Überschwemmungen infolge anhaltender heftiger Regenfälle mehrere Menschen ums Leben gekommen. Seit vergangenem Freitag hätten die Unwetter bereits 19 Todesopfer gefordert, darunter sieben Kinder, heißt es in einer Mitteilung des brasilianischen Bundesstaats São Paulo. Zudem gebe es neun Verletzte und vier Vermisste. Etwa 500 Familien hätten ihr Obdach verloren oder ihr Zuhause verlassen müssen.

“Mit großer Betroffenheit verfolge ich die Schäden, die durch die schweren Regenfälle in São Paulo entstanden sind“, hatte der Gouverneur von São Paulo, João Doria, zu Fotos von einem Flug über die am meisten betroffenen Gegenden auf Twitter geschrieben. Seine Solidarität gelte den Familien und Freunden der Todesopfer. Doria kündigte die sofortige Freigabe von 15 Millionen Reais (umgerechnet rund 2,5 Millionen Euro) für insgesamt zehn Städte in verschiedenen Regionen des Bundesstaats an.

Fünf der Toten aus Várzea Paulista im mit mehr als 40 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichsten Bundesstaat Brasiliens gehörten dem Nachrichtenportal “G1“ zufolge einer Familie an. In Embu das Artes starben demnach drei Mitglieder einer Familie.

Vor drei Wochen hatte es erst im benachbarten Bundesstaat Minas Gerais mindestens zehn Tote durch Erdrutsche und Überschwemmungen gegeben. Dort kam es zudem zu einer Tragödie, als eine Felswand auf ein Touristenboot auf dem Furnas-Stausee stürzte, zehn Menschen kamen ums Leben. Zuvor hatte der nordöstlich an Minas Gerais angrenzende Bundesstaat Bahia die schwersten Überschwemmungen seit mehr als 30 Jahren erlebt.

Auch an der Westküste Südamerikas gab es in den vergangenen Tagen heftige Regenfälle: Im Amazonas-Regenwald in Ecuador wurde eine Ölpipeline bei einem Erdrutsch beschädigt. Dabei lief nach Regierungsangaben eine “riesige Menge“ Öl aus. Der Pipelinebetreiber OCP Ecuador teilte mit, dass er mit der Reparatur der Bruchstelle begonnen habe. Das auslaufende Rohöl werde mittlerweile in Auffangbecken gesammelt und mit Tankwagen abtransportiert.

Am Freitag hatten schwere Regenfälle in der Provinz Napo im Osten des Landes eine Schlammlawine verursacht. Ein Felsbrocken riss dabei ein Loch in die umstrittene Pipeline, die Öl aus dem Amazonas-Regenwald zu den Häfen am Pazifik transportiert. Dem Umweltministerium zufolge hatte das auslaufende Öl auch Wasserquellen und Flüsse kontaminiert, aus denen Ureinwohner ihr Wasser beziehen.

Das Ölunternehmen erklärte, es habe die Förderung eingestellt. Dies würde jedoch keine Auswirkungen auf die Exporte haben. Die Pipelines werden relativ häufig durch Bodenerosion beschädigt. Das letzte Mal mussten die Betreiber im vergangenen Dezember eingreifen, zuvor hatten im Mai 2020 insgesamt 15.000 Barrel Öl Nebenflüsse des Amazonas verschmutzt.

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