WELT


Schwere Waldbrände in Sibirien

Baku, 14. Juni, AZERTAC

In Russland stehen Areale von mehr als 500 Quadratkilometern Wald in Flammen, das entspricht annähernd der Fläche des Bodensees. Etwa 3000 Feuerwehrleute bekämpfen die derzeit 75 Waldbrände. Daneben im Einsatz: 28 Löschflugzeuge. Gegenüber dem Vortag hätten sich die Flammen nochmals ausgebreitet, teilten die Behörden mit. Allerdings gebe es auch Erfolge bei den Löscharbeiten: Allein am Samstag seien Feuer auf insgesamt 32 Quadratkilometern Fläche gelöscht worden.

“Die Zahl der Brände geht zurück, wie im Juni üblich, weil zum Beispiel frisches Gras wächst“, sagte ein Sprecher der Umweltorganisation Greenpeace. Entwarnung könne aber noch nicht gegeben werden. Hauptsächlich betroffen ist wie im Vorjahr Sibirien.

So breite sich etwa am Baikalsee in Sibirien und in Jakutien im Nordosten Russlands die Brandfläche weiter aus, berichtete der Sprecher. “In diesem Jahr ergreifen die Behörden viel strengere Maßnahmen zur Verhütung und Bekämpfung von Bränden.“ Es habe viele Geldstrafen gegeben, einige Menschen seien sogar festgenommen worden.

Viele Regionen wollen das Ausmaß der Brände herunterspielen - Nach Angaben der russischen Regierung vom Sonntag sollen 2,7 Milliarden Rubel (umgerechnet 31 Millionen Euro) zusätzlich in die Brandbekämpfung fließen. Ein Großteil des Geldes sei für die Löscharbeiten gedacht, ein kleiner zur Überwachung von Bränden.

Nach Angaben der russischen Umweltschützer sind viele Waldbrände durch Fahrlässigkeit ausgelöst worden, etwa weil Lagerfeuer außer Kontrolle gerieten oder trockenes Gras angezündet wurde. Diesmal gebe es etwas weniger Brände als in den Vorjahren. Allerdings dauern die Brände in Russland schon seit Monaten an.

“Die offiziellen Daten weichen noch immer gravierend von der Realität ab“, sagte der Greenpeace-Sprecher zudem. Das Umweltministerium beklagte vor einigen Tagen, einige Regionen spielten das Ausmaß der Brände herunter. Gemeldete Angaben hätten nicht mit der Auswertung von Satelliten-Daten übereingestimmt.

Im flächenmäßig größten Land der Erde kommt es in den Sommermonaten immer wieder zu verheerenden Bränden. Sie liegen vielfach in abgelegenen Gegenden und bedrohen in der Regel keine Dörfer und Städte. Die Menschen in der betroffenen Region leiden aber unter giftigem Rauch.

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