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Stefano Domenicali wird neuer Chef der Formel 1

Baku, 23. September, AZERTAC

Stefano Domenicali wird noch im Verlauf des Jahres 2021 neuer Chef der Formel 1.

Das hat die Plattform “RaceFans“ am späten Dienstagabend zuerst recherchiert und wurde in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch von mehreren Quellen auch gegenüber "Motorsport-Total.com" bestätigt.

Eine offizielle Bekanntgabe seitens Rechteinhaber Liberty Media steht Stand Mittwochmorgen allerdings noch aus.

Bereits am Dienstag wurden die zehn Teams über die bevorstehende Änderung informiert. Chase Carey hatte den Vorsitz über die Formel 1 erst Anfang 2017 von Bernie Ecclestone übernommen. Er soll dem Sport aber in einer veränderten Funktion, womöglich als Berater, erhalten bleiben.

Domenicali war seit 1998 Sportdirektor und zwischen Ende 2007 und 2014 Teamchef von Ferrari. In diese Zeit fallen die sechs Konstrukteurs- und fünf Fahrertitel der Ära Michael Schumacher. Nach seinem Ausscheiden bei Ferrari wechselte er im Jahr 2014 in den Volkswagen-Konzern.

Dort erarbeitete er zunächst eine Machbarkeitsstudie über einen möglichen Formel-1-Einstieg von Audi, die aber nicht in die Tat umgesetzt wurde. 2016 wurde er dann zum CEO der Volkswagen-Tochter Lamborghini bestellt. In dieser Funktion ist er bis heute tätig.

Ebenfalls seit 2014 ist Domenicali Sportfunktionär innerhalb des Automobil-Weltverbands FIA, und zwar als Präsident der Einsitzerkommission. In seiner Amtszeit wurde unter anderem die Formel 2 als Plattform neu aufgesetzt und ein Konzept für eine internationale Formel-3-Serie im Rahmenprogramm der Formel 1 entwickelt.

Als künftiger Vorsitzender der Formel 1 bekommt es der in Imola geborene Italiener mit alten Bekannten an den Hebeln der Macht zu tun: Sein früherer Chef Jean Todt ist heute Präsident der FIA, sein früherer Kollege Ross Brawn Sportdirektor der Formel 1.

Im Rahmen unserer #ThinkingForward-Interviewserie hat Domenicali erst im April betont, dass Kosteneffizienz seiner Meinung nach essentiell für einen gesunden Motorsport ist. Die Chance der Coronakrise müsse man seiner Meinung nach “ergreifen und darf sie nicht liegenlassen. Ansonsten ist das Risiko sehr hoch, dass es nicht mehr die Plattform wird, die sie einmal war.“

“Ich sehe es als Möglichkeit für die Motorsportindustrie, sich zu verändern. Motorsport wird ohne Zweifel auch in der Zukunft ein wichtiger Teil sein. Aber kurzfristig müssen wir die Investitionen, das Niveau an Technologie und die Anzahl der Meisterschaften überdenken. Und vielleicht auch die Einstellung der Hersteller, sei es als Ausrüster eines Privatteams oder als Konstrukteur.“

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