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Südfranzösische Küste: Seit 1968 verschwundenes Militär-U-Boot "La Minerve" von US-Spezialisten geortet

Baku, 22. Juli, AZERTAC

Mehr als 50 Jahre nachdem das französische Militär-U-Boot "La Minerve" verschwunden war, haben Experten das Wrack im Mittelmeer entdeckt. Wie Frankreichs Verteidigungsministerin Florence Parly mitteilte, liegt das U-Boot 45 Kilometer vor der Küste von Toulon in 2370 Meter Tiefe.

Die "Minerve" war am 27. Januar 1968 während einer Übung vor der Küste der südfranzösischen Hafenstadt Toulon im nordwestlichen Mittelmeer verschollen. An Bord waren 52 Besatzungsmitglieder. Obwohl sofort eine Suchaktion eingeleitet wurde, blieb das Wrack zunächst unentdeckt. Die Unglücksursache wurde nie geklärt. (Lesen Sie hier einen Bericht aus dem SPIEGEL von 1968 zum Thema.)

"Wir haben die 'Minerve' wiedergefunden", schrieb Parly nun bei Twitter. "Das ist ein Erfolg, eine Erleichterung und eine technische Meisterleistung."

In Gedanken bei den Hinterbliebenen - Im Oktober 2018 hatten die Familien der verschollenen Seeleute gefordert, erneut nach dem Wrack zu suchen. Anfang des Jahres kündigte Parly an, dem Wunsch nachzukommen. Nachdem das Wrack nun geortet wurde, erklärte die Ministerin, sie sei in Gedanken bei den Hinterbliebenen, "die so lange auf diesen Moment gewartet haben".

Gefunden wurde das Wrack der "Minerve" von dem Suchschiff "Seabed Constructor", das der US-Firma Ocean Infinity gehört. Es hatte im November 2018 bereits das Wrack des argentinischen U-Boots ARA "San Juan" geortet. Dieses war ein Jahr zuvor mit 44 Besatzungsmitgliedern an Bord im Atlantik verunglückt. Bei der Suche nach der vermissten Boeing 777 des Fluges MH 370 war Ocean Infinity dagegen gescheitert.

Bei der neuen Suche nach der "Minerve" hatten Spezialisten zunächst das Suchgebiet eingegrenzt und dazu Daten zum Unglückszeitpunkt neu ausgewertet. Die "Seabed Constructor" war laut französischer Marine erst vergangenen Dienstag in dem Suchgebiet eingetroffen.

In den Sechzigerjahren waren weltweit mehrere U-Boote verunglückt. Im April 1963 sank das US-Atom-U-Boot USS "Thresher" mit 129 Menschen an Bord vor der Küste von Cape Cod im Atlantik. Beim Untergang der USS "Scorpion" fünf Jahre später kamen 99 Seeleute ums Leben. Beide Wracks wurden im Zuge einer Geheimoperation gefunden, bei der es vorgeblich um die Suche nach dem versunkenen Dampfer "Titanic" ging.

Neben der "Minerve" und der USS "Scorpion" verunglückten 1968 auch noch ein sowjetisches K-129-U-Boot und das israelische U-Boot "The Dakar". Das mit drei Atomraketen bewaffnete "K-129" sank im Nordpazifik, das Wrack wurde 1974 bei einer weiteren Geheimoperation der USA entdeckt. Das israelische U-Boot, das mit 69 Seeleuten an Bord im Mittelmeer verschwand, wurde erst 1999 vor der Küste von Kreta wiedergefunden.

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