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Tourismusministerium bemüht sich Spanien GP ab 2021 zurück nach Jerez de la Frontera zu holen

Baku, 21. November, AZERTAC

Das Tourismusministerium von Andalusien bemüht sich offenbar darum, den Grand Prix von Spanien ab 2021 wieder zurück nach Jerez de la Frontera zu holen. Das berichtet das spanische Internetportal "motor.es".

Bekanntlich wackelt das Rennen in Barcelona seit einiger Zeit gehörig - nur dank einer Last-Minute-Finanzierungszusage der katalanischen Regierung konnte der Grand Prix für 2020 gesichert werden. Rechteinhaber Liberty Media hat jedoch nur einem Einjahresvertrag zugestimmt. Über 2020 hinaus ist die Zukunft des Grand Prix von Spanien ungewiss.

Die andalusische Regierung hat Liberty nun offenbar ein konkretes Angebot unterbreitet: Für 25 Millionen US-Dollar Jahresgebühr würde man einen Dreijahresvertrag von 2021 bis 2023 unterzeichnen. Ein Angebot, das finanziell durchaus auf dem Niveau vergleichbarer europäischer Austragungsorte liegt. Barcelona zahlt, so heißt es im gleichen Bericht, aktuell 24,3 Millionen.

Die Strecke in Jerez wurde vor einigen Jahren generalsaniert und befindet sich in einem guten Zustand. Um sie für einen Grand Prix flott zu kriegen, veranschlagt die Regierung vier Millionen Dollar für Baumaßnahmen - die man, das beinhaltet angeblich das Angebot, im ersten Jahr von der Grand-Prix-Gebühr abziehen würde (also dann 21 statt 25 Millionen).

Erinnerungen von Michael Schumacher sind nicht die besten

Jerez war bereits von 1986 bis 1990 Austragungsort des Grand Prix von Spanien. 1994 und 1997 wurde dort der Grand Prix von Europa ausgetragen. Das 1997er-Rennen ist in Deutschland noch in Erinnerung: Es war jener Grand Prix, bei dem Michael Schumachers missglückter Rammstoß gegen Jacques Villeneuve dazu führte, dass er nachträglich aus der WM ausgeschlossen wurde.

Bis 2015 war Jerez Schauplatz regelmäßiger Formel-1-Tests - diese fanden zuletzt, wenn in Spanien, stets in Barcelona statt. Darüber hinaus ist Jerez Austragungsort eines MotoGP-Events. 2015 kamen noch 250.000 Zuschauer (an drei Tagen), um Marc Márquez und Valentino Rossi zu sehen. Seit 2016 sind die Zahlen eingebrochen. Dieses Jahr wurden immerhin 150.000 Zuschauer gezählt.

Liberty kommt das Angebot aus Andalusien mutmaßlich entgegen. Im Bestreben, Profit zu maximieren und den Kalender auf 25 Saisonrennen aufzustocken, ist ein spanischer Grand Prix nahezu ein Muss - und Jerez eine dankbare Alternative, sollte Barcelona nicht genug zahlen.

Die Streckenbetreiber in Jerez bleiben bei dem Thema allerdings zugeknöpft. Auf Anfrage von "Motorsport-Total.com" verweisen sie lediglich auf ein Verschwiegenheitsabkommen mit Liberty.

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