GESELLSCHAFT


US-Bundesstaat Louisiana: Täglich gelangen zwischen 1440 bis 17.000 Liter des Öls ins Wasser

Baku, 1. Juli, AZERTAC

Aus einem seit 15 Jahren bestehenden Leck an einer Ölplattform vor der Küste des US-Bundesstaats Louisiana könnte bis zu 1500 Mal mehr Öl austreten als bisher bekannt. Ein neuer Bericht der US-Ozean- und Klimabehörde Noaa geht davon aus, dass täglich zwischen 1440 bis 17.000 Liter des Stoffs ins Wasser gelangen. Die große Spanne ist auf verschiedene Messmethoden zurückzuführen.

Hurrikan Ivan hatte die Plattform im Golf von Mexiko 2004 beschädigt. Nach dem Unglück hatte der Betreiber Taylor Energy 2008 einige der kaputten Rohre versiegelt und Kuppeln über drei der aufsteigenden Ölfahnen installiert. Die Firma ging bislang davon aus, dass das weiterhin ausweichende Öl aus Sedimenten im Boden austritt. Die Menge bezifferte sie mit 11,4 Litern am Tag.

Zum Vergleich: Folgt man der Schätzung von Taylor Energy, wären seit dem Sturm 62.000 Liter Öl ausgetreten. Laut Noaa wären es bis zu 95 Millionen Liter Öl. Das entspricht ungefähr einem Achtel der Menge Öl, die bei der verheerenden Katastrophe der Deepwater Horizon im Jahr 2010 ins Meer gelaufen ist. Die Ozeanbehörde geht daher nun davon, dass weiterhin Öl aus Bohrlöchern der Plattform austritt statt allein aus Sedimenten.

Noch offene Bohrlöcher versiegeln - Die drei Autoren der Noaa und der Universität Florida hatten den Ölgehalt im Wasser über akustische Tests und einem neu entwickelten "Bubblometer" untersucht. Letzteres erfasst Öl- und Gasblasen, die im Wasser aufsteigen. Laut dem Akustiktest gelangen täglich zwischen 1440 und 7500 Liter Öl ins Wasser. Das "Bubblometer" kommt auf etwa 3020 bis 17.000 Liter Öl pro Tag.

In früheren Untersuchungen hatten Forscher Proben von auf dem Meerwasser schwimmendem Öl genommen und daraus die austretende Menge errechnet. Oder sie hatten die Gegend mit Flugzeugen überflogen und von dort aus abgeschätzt, wie viel Öl ins Meer gelangt. Die Noaa weist darauf hin, dass die neuen Messungen noch nicht offiziell von der Regierung bestätigt sind.

Taylor Energy hat sein Geschäft mit Öl und Gas aufgegeben und existiert nach eigenen Angaben nur noch, um die Folgen der Ölpest abzuwickeln. Die Noaa fordert, dass die noch offenen Bohrlöcher versiegelt werden. Taylor Energy befürchtet jedoch, dass dadurch weiteres Öl austritt. Die US-Küstenwache betreibt seit dem Jahr 2018 ein Auffangsystem, das täglich bis zu 4.800 Liter Öl einsammeln kann.

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