WISSENSCHAFT UND BILDUNG


US-Forscher vermessen im Atlantik weltweit größten Algenteppich

Baku, 5. Juli, AZERTAC

US-Forscher haben im Atlantik den weltweit größten Algenteppich vermessen. Die betroffene Region erstreckte sich im vergangenen Jahr über eine Länge von etwa 8850 Kilometern und reichte von Westafrika bis zum Golf von Mexiko, zeigt eine Analyse von Satellitenbildern. Das wiederkehrende massenhafte Blühen könnte zur Normalität werden, warnen die Wissenschaftler im Fachmagazin "Science".

An den Stränden beliebter Urlaubsziele in Mexiko und an anderen Orten im Karibischen Meer und im Golf von Mexiko sammelten sich zuletzt immer mehr der sogenannten Golftange (Sargassum). Sie schaden nicht nur der Tourismusbranche, sondern gefährden auch das Ökosystem. Der karibische Inselstaat Barbados rief im vergangenen Jahr den Notstand aus.

Einige Arten von Sargassum leben auf der Meeresoberfläche und wachsen zu schwimmenden Inseln heran, die bereits Christoph Columbus beschrieben hat. An sich ist das kein Problem. Die Seetang-Inseln ziehen Fische, Vögel und Schildkröten an. Außerdem setzen die Algen bei der Fotosynthese Sauerstoff frei.

Geruch von faulen Eiern - Doch seit 2011 breiten sich die Golftange explosionsartig aus - auch an Orten, an denen sie zuvor nicht vorkamen - und gefährden dadurch Meerestiere und Korallen, weil sie beispielsweise kaum noch Licht in tiefere Wasserschichten lassen. Werden sie an den Strand gespült und zersetzen sich, geben sie Schwefelwasserstoff frei, der nach faulen Eiern riecht.

Warum sich die Algen zuletzt rasant ausgebreitet haben, können die Forscher noch nicht genau sagen. "Die chemische Zusammensetzung des Meeres muss sich verändert haben, damit das Blühen derart außer Kontrolle gerät", sagt Studienleiter Chuanmin Hu. Der Algenteppich wog demnach insgesamt mehr als 20 Millionen Tonnen.

Die Forscher vermuten, dass der Algenteppich seinen Ursprung in der Gegend rund um die Amazonasmündung hat. Der Theorie zufolge versorgt der Strom die Algen mit Nährstoffen, die beim Düngen auf Feldern in der Region vermehrt ins Wasser gelangen. Allerdings fehlen noch zuverlässige Daten, die die These stützen.

Klar ist jedoch, dass die Abholzung des Amazonasregenwaldes immer weiter voranschreitet. In Brasilien sind im Juni 60 Prozent mehr Fläche abgeholzt worden als im Vorjahresmonat. Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hatte bereits kurz nach seinem Amtsantritt Anfang des Jahres angekündigt, Schutzgebiete für die wirtschaftliche Nutzung freigeben zu wollen.

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