WELT


US-Präsident Trump: "Totale Denuklearisierung" Nordkoreas sei bereits eingeleitet

Baku, 30. Juni, AZERTAC

US-Geheimdienste sind sich angeblich sicher, dass Nordkorea trotz der Gespräche über eine nukleare Abrüstung in den vergangenen Monaten heimlich die Urananreicherung zum Atomwaffenbau hochgefahren hat. Das Regime in Pjöngjang habe dazu neben der bekannten Aufbereitungsanlage Yongbyon mehrere geheime Atom-Standorte, und könnte versuchen, dies zu vertuschen, berichtete der TV-Sender NBC News am Freitag (Ortszeit) unter Berufung auf US-Regierungskreise.

Es gebe "eindeutige Beweise" dafür, dass Nordkorea versuche, die USA zu täuschen, zitierte der Sender einen namentlich nicht genannten Regierungsvertreter. NBC hatte nach eigenen Angaben mit mehr als einem Dutzend Personen gesprochen, die mit der Einschätzung der US-Dienste vertraut seien.

Trump sagt, die "totale Denuklearisierung" Nordkoreas sei bereits eingeleitet - Die CIA und das Außenministerium wollten sich nicht zu dem Bericht äußern. Vom Weißen Haus lag keine Stellungnahme vor.

Die Lageeinschätzung der Geheimdienste scheine der Darstellung von Präsident Donald Trump zu widersprechen, berichtete der Sender. Trump hatte nach seinem Treffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un am 12. Juni vorschnell erklärt, von dem abgeschotteten Staat ginge keine nukleare Bedrohung mehr aus.

In der vergangenen Woche hatte der US-Präsident gesagt, Nordkorea habe mit der Zerstörung von Raketenanlagen begonnen und bereits die "totale Denuklearisierung" eingeleitet.

Das "Wall Street Journal" hingegen berichtete am Mittwoch, neue Satellitenaufnahmen würden eher das Gegenteil nahelegen. Demnach baue Nordkorea sein offizielles Atomforschungszentrum derzeit sogar aus.

Trump und Kim hatten bei ihrem Treffen in Singapur eine Vereinbarung unterzeichnet, nach der sich Nordkorea bereit erklärt, an einer kompletten Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel zu arbeiten. Kritiker vor allem in den USA warfen Trump danach vor, Kim zu wenig konkrete Abrüstungszusagen abgerungen zu haben. Einen Zeitplan etwa enthält das Abschlussdokument nicht. US-Außenminister Mike Pompeo hatte nach dem Treffen gesagt, er hoffe, "in Richtung der nächsten zweieinhalb Jahre" etwas erreichen zu können.

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