WIRTSCHAFT


Unerwartet stark gestiegene Ausfuhren stützen chinesische Wirtschaft

Baku, 8. Dezember, AZERTAC

Während der Rest der Welt wegen der Coronakrise eine Rezession erlebt, wird China als einzige große Volkswirtschaft in diesem Jahr auch wieder ein Wachstum verzeichnen. Es wird mit einem Plus von 2,0 bis 2,2 Prozent gerechnet. Wichtige Frühindikatoren deuten darauf hin, dass das Wachstum im vierten Quartal 5,5 Prozent überschreiten könnte. Einige chinesische Experten sprechen sogar von mehr als sechs Prozent Wachstum. Im dritten Quartal waren es schon 4,9 Prozent.

Ein wichtiger Grund für diese Entwicklung ist der florierende Außenhandel des Landes. Im November sind die chinesischen Exporte etwa zuletzt unerwartet stark angestiegen, wie der chinesische Zoll berichtete. Die Ausfuhren legten demnach um satte 21,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu. Während die Importe dagegen hinter den Erwartungen zurückblieben und nach 4,7 Prozent im Vormonat nur noch um 4,5 Prozent kletterten, stieg der Überschuss in der Handelsbilanz kräftig auf 75 Milliarden Dollar. Er war bereits im Mai kräftig gewachsen, auf 63 Milliarden Dollar.

China hat die Coronapandemie seit dem Sommer weitgehend im Griff, nur noch vereinzelt werden Infektionen gemeldet. Die wirtschaftlichen Aktivitäten im bevölkerungsreichsten Land der Erde haben sich seither wieder normalisieren können.

China profitiert vom Corona-Stopp in anderen Ländern

Auch die Stimmung im herstellenden Gewerbe ist so gut wie seit zehn Jahren nicht mehr. Der Einkaufsmanagerindex des renommierten Wirtschaftsmagazins "Caixin" stieg im November von 53,6 im Vormonat auf 54,9 Punkte – den höchsten Stand seit November 2010 mit der Erholung nach der globalen Finanzkrise. Das Konjunkturbarometer kletterte damit den siebten Monat in Folge. Die Beschäftigung legte im November ebenfalls so stark wie seit Mai 2011 nicht mehr zu.

Während die neuen Wellen der Pandemie in anderen Ländern für Unsicherheiten sorgen, zeigte sich dennoch den vierten Monat in Folge auch ein Zuwachs der chinesischen Exportaufträge. Experten weisen darauf hin, dass Chinas Exporteure auch von coronabedingten Produktionsunterbrechungen in Fabriken anderer Länder profitieren. Mit zunehmender heimischer Nachfrage erholt sich die Produktion in China damit weiter von dem starken Einbruch des Wachstums nach dem Ausbruch des Virus im ersten Quartal mit einem Minus von 6,8 Prozent.

"Der Schwung des Wachstums bei Nachfrage und Innovation setzt sich fort – auch die Entwicklung des Exportsektors ist nicht schlecht"<, sagte der Ökonom Cao Heping von der Peking Universität der Staatszeitung "Global Times". Chinas Wachstum könnte vielleicht sogar um 8,4 Prozent zulegen. Hingegen warnte der Forscher Mei Xinyu von Chinas Akademie für Handel und internationale Wirtschaftskooperation vor neuen Handelsauseinandersetzungen auch unter dem neuen US-Präsidenten Joe Biden und anderen Unsicherheiten auf den Weltmärkten.

"Wegen der Pandemie in diesem Jahr könnte eine neue Runde von wirtschaftlichen und finanziellen Krisen in einigen Schwellenmärkten auftreten", sagte Mei Xinyu der Zeitung. Die negativen Auswirkungen der weitgehend gelockerten Geldpolitik könnten im kommenden Jahr deutlicher werden.

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