GESELLSCHAFT


Uno: Mehr als 8000 Kinder im Jahr 2016 in bewaffneten Konflikten getötet oder verstümmelt

Baku, 6. Oktober, AZERTAC

Mehr als 8000 Kinder sind einem Uno-Bericht zufolge im vergangenen Jahr in bewaffneten Konflikten getötet oder verstümmelt worden. Diese Attacken auf Kinder seien "entsetzlich und inakzeptabel", sagte Uno-Generalsekretär António Guterres in New York bei der Vorstellung des Berichts. Er forderte die beteiligten Konfliktparteien auf, mehr zu tun, um Unschuldige zu schützen.

In Afghanistan seien 3512 Kinder getötet oder verstümmelt worden. Laut Guterres stieg die Zahl um fast ein Viertel, so viele Opfer habe es zuvor in Afghanistan noch nie gegeben.

Im Jemen spricht die Uno von 1340 getöteten oder verletzten Kindern, in Syrien von 1299.

Zudem seien Hunderte Kinder in Konflikten als Soldaten rekrutiert worden oder sexueller Gewalt sowie Angriffen auf ihre Schulen ausgesetzt gewesen.

In Syrien und Somalia habe sich die Zahl der Kindersoldaten mehr als verdoppelt.

"Jedes Kind, das getötet oder verletzt wird, am Schulbesuch gehindert oder zum Kriegsdienst gezwungen wird, ist eins zu viel", sagte Virginia Gamba, Uno-Beauftragte für Kinder und bewaffnete Konflikte.

Saudi-Arabien wieder auf der "schwarzen Liste" - Auf der "schwarzen Liste" der Verantwortlichen für die Taten listet der Bericht unter anderem Organisationen aus Afghanistan, der Zentralafrikanischen Republik, Kongo, Irak, Mali, Myanmar, Somalia, Sudan und Südsudan, Syrien und dem Jemen auf.

Erstmals steht auch die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition, die die jemenitische Regierung im Kampf gegen die Huthi-Rebellen unterstützt, auf dieser Liste. Im vergangenen Jahr hatte der damalige Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon Saudi-Arabien nach Druck aus dem Land zunächst von der Liste gestrichen.

Menschenrechtsorganisationen begrüßten, dass das Land nun wieder für seine Taten verantwortlich gemacht werde. Damit habe Uno-Chef Guterres "das Richtige getan", hieß es von Human Rights Watch. "Die Militärkoalition muss aufhören, leere Versprechen zu machen und konkrete Schritte unternehmen, um die tödlichen Angriffe im Jemen zu stoppen und die dringend benötigte Hilfe für die Opfer zu gewähren."

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