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Uno: Unternehmen werden wegen Coronakrise weniger im Ausland investieren

Baku, 16. Juni, AZERTAC

Die gerade für Entwicklungsländer so wichtigen ausländischen Direktinvestitionen (FDI) dürften in diesem Jahr global um 40 Prozent einbrechen. Das schreibt die Uno-Konferenz für Handel und Entwicklung (Unctad) in ihrem neuen Weltinvestitionsbericht. Und der Trend deutet der Unctad-Analyse zufolge nicht auf eine Rückkehr zu früheren Wachstumsraten hin.

Im vergangenen Jahr lagen die FDI bei 1,54 Billionen Dollar (1,36 Billionen Euro). Das war ein Zuwachs von drei Prozent, nach Rückgängen in den Jahren 2017 und 2018. Allerdings profitieren davon der Unctad zufolge vor allem Industrieländer. In Richtung Entwicklungsländer seien die Investitionen leicht zurückgegangen.

Einen weiteren Rückgang um fünf bis zehn Prozent fürchten die Ökonomen auch für das kommende Jahr, ehe 2022 eine Erholung kommen könne. In diesem Jahr dürften die FDI unter eine Billion Dollar fallen, so tief wie seit 2005 nicht mehr.

Die Aussicht auf eine tiefe Rezession werde viele internationale Firmen zwingen, geplante Investitionen vor allem im Ausland zu überdenken, schreiben die Unctad-Ökonomen.

Wandel zu mehr regionaler Herstellung - Die Coronakrise wird nach Ansicht der Uno außerdem den Strukturwandel in der internationalen Warenproduktion hin zu mehr regionaler Herstellung beschleunigen. Die Weltwirtschaft stehe vor großen Umwälzungen, hieß es in dem Bericht. Schon nach der Finanzkrise ab 2007 seien grenzüberschreitende Investitionen in Sachwerte nicht mehr deutlich gewachsen. Der Welthandel sei träge geblieben und globale Wertschöpfungsketten seien sogar zurückgegangen.

Nachhaltigkeitsdebatte beflügelt Regionalisierung

Die Nachhaltigkeitsdebatte habe den Trend zu regionaler Produktion geflügelt. Hinzu komme wachsender Protektionismus in vielen Weltregionen. Die Unctad rechnet mit mehr Veräußerungen und mehr Rückführungen von Produktion. Länder und Regionen bevorzugten Lieferketten, die weniger schockanfällig sind. Die Coronakrise beschleunige diese Trends.

"Die große Umwälzung in der internationalen Produktion wird in den kommenden zehn Jahren große Auswirkungen auf Entwicklungsländer haben", sagte Unctad-Generalsekretär Mukhisa Kituyi. Chancen für die Anwerbung von Investitionen sieht die Unctad im Aufbau attraktiver Dienstleistungslösungen sowie nachhaltiger, umweltfreundlicher Volkswirtschaften.

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