WELT


Unterwasserarchäologen antikes griechisches Handelsschiff entdeckt

Baku, 23. Oktober, AZERTAC

Es wirkt, als sei es gerade erst untergegangen. Archäologen haben im Schwarzen Meer ein außergewöhnlich gut erhaltenes, historisches Wrack entdeckt. Es liege vor der bulgarischen Küste in rund 2000 Meter Tiefe auf dem Meeresgrund, erklärte das Team des Black Sea Maritime Archaeology Project. Das weitgehend unbeschädigte Schiffswrack liege auf der Seite, Mast und Ruder seien noch intakt.

Laut den Forschern handelt es sich bei dem Fund um ein mehr als 2400 Jahre altes griechisches Handelsschiff, es ist etwa 23 Meter lang. Die Radiokohlenstoffdatierung einer kleinen Probe habe bestätigt, "dass es das älteste der Menschheit bekannte intakte Schiffswrack ist", hieß es in der Erklärung weiter.

Der Fundort des Wracks ist für die Experten ein Glücksfall: In derart großer Meerestiefe enthält das Wasser keinen Sauerstoff, organisches Material bleibt somit Tausende von Jahren konserviert.

"Ein intaktes Schiff aus der Antike in zwei Kilometer Tiefe - das hätte ich niemals für möglich gehalten", erklärte Jon Adams von der Universität von Southampton, der Initiator des Projekts. "Das wird unser Verständnis von Schiffbau und Seefahrt in der Antike verändern." Derartige Schiffe seien bisher nur auf alten griechischen Keramiken zu sehen gewesen.

Nicht erforscht ist aber bisher, was das Schiff einst geladen hatte. Um das Wrack genauer untersuchen zu können, bedürfe es einer größeren Finanzierung des Projekts, so die Forscher.

Für ihr Projekt kartierten die Wissenschaftler drei Jahre lang 2000 Quadratkilometer Schwarzmeerboden vor der Küste Bulgariens mit Hilfe eines Sonars und eines ferngesteuerten Tiefseekamera-Systems, wie es für die Suche nach Öl- und Gasvorkommen eingesetzt wird.

Dabei entdeckten sie rund 60 Wracks, darunter römische Schiffe sowie eine Angriffsflotte der Kosaken aus dem 17. Jahrhundert. Zu den spektakulären Funden gehörte auch das griechische Handelsschiff.

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