GESELLSCHAFT


Ursachen, Symptome und Behandlung der Sehschwäche

Baku, 29. September, AZERTAC

Die Sehschwäche ist eine häufige Ursache von Sehverlust bei Kindern. Dabei wird die Sehkraft eingeschränkt, da das Gehirn das über ein Auge empfangene Bild ignoriert. Der Sehverlust kann dauerhaft sein, wenn die Störung vor dem 8. Lebensjahr nicht festgestellt und behandelt wird.

Auch eine Fehlstellung der Augen (Schielen) kann zu Sehschwäche führen. Die Augen erzeugen zwei Bilder – eines mit jedem Auge –, die im Gehirn normalerweise zu einem einzelnen Bild vereint und mit einer starken Tiefenwahrnehmung als dreidimensionales Bild erfasst werden. Die Fähigkeit, Bilder zu verschmelzen, entwickelt das Gehirn während der frühen Kindheit. Wenn die beiden Bilder jedoch so unterschiedlich ausgerichtet sind, dass sie nicht vereint werden können, unterdrückt das Gehirn eines der Bilder und ignoriert so die Wahrnehmung des entsprechenden Auges. Das Gehirn nimmt so das Bild des betroffenen Auges nicht wahr, auch wenn das Auge normal strukturiert ist. Bei Erwachsenen führt die Sicht zwei verschiedener Bilder zum Doppeltsehen (Diplopie), statt zu einem Verlust des Sehvermögens, da die Sehbahnen bereits entwickelt sind.

Eine Sehschwäche (Amblyopie) kann durch einen ungleichen Refraktionsfehler, in der Regel durch Weitsichtigkeit (Unfähigkeit, nahe Objekte klar zu sehen), Kurzsichtigkeit (Unfähigkeit, entfernte Objekte klar zu sehen) oder Astigmatismus (Hornhautverkrümmung) verursacht werden. Bei einem Refraktionsfehler erreichen das Gehirn ein oder mehrere verschwommene Bilder. Dadurch entsteht ein großer Unterschied im Fokus der beiden Augen. Diese Fehler können in einem oder beiden Augen auftreten.

Eine dritte Form der Sehschwäche entwickelt sich, wenn eine Trübung der Augenlinse (z. B. eine kongenitale Katarakt (Grauer Star)) oder der Hornhaut in das Auge eindringendes Licht verringert oder verzerrt, oder wenn eine andere Ursache (z. B. ein Glaukom) zu einer schlechteren Sicht im Auge führt. Auch ein sehr schlaffes Augenlid kann die Sicht behindern und Amblyopie hervorrufen.

Kinder mit Schwachsichtigkeit sind sich mitunter nicht bewusst, dass sich die Sicht ihrer beiden Augen voneinander unterscheidet, oder sind zu jung, um die Symptome zu beschreiben. Diese Kinder blinzeln, decken ein Auge ab oder haben ein Auge, das in eine andere Richtung als das andere schaut, was auf ein Problem hinweisen kann, das untersucht werden muss. Es kann vorkommen, dass eine Katarakt (grauer Star) unbemerkt bleibt. Ältere Kinder klagen eventuell über eine Sehschwäche des betroffenen Auges oder haben eine schwache Tiefenwahrnehmung. Bei den meisten Kindern ist dieses Problem jedoch nicht offen ersichtlich. Wenn ein Auge scharf sieht und das andere Auge nicht, lernen Kinder, damit umzugehen und verhalten sich nicht anders als andere Kinder.

Je früher Sehschwäche oder damit verbundene Risikofaktoren erkannt werden, umso eher kann eine Sehschwäche umgangen oder korrigiert werden. Amblyopie kann unheilbar werden, falls sie nicht vor dem 8. Lebensjahr, wenn das visuelle System gewöhnlich ausgereift ist, diagnostiziert und behandelt wird. Eine frühe Diagnose und Behandlung erhöht die Wahrscheinlichkeit einer vollständigen Wiederherstellung der Sehkraft. Unter bestimmten Umständen kann auch das Sehvermögen von älteren Kindern mit Amblyopie durch Behandlungen verbessert werden. Wenn die Behandlung von Amblyopie jedoch nicht wirksam ist, ist die Sehschwäche des betroffenen Auges möglicherweise dauerhaft. Daher sollten Sehtestprogramme für Kinder von der Gemeinschaft unterstützt werden.

Bei der Behandlung von Amblyopie wird das Gehirn u. a. dazu gezwungen, die visuellen Bilder des betroffenen Auges zu verarbeiten. Dies kann anhand der einfachen Korrektur von Refraktionsfehlern durch eine Brille oder Kontaktlinsen erreicht werden. Manchmal zwingt der Arzt das Kind, das schwächere Auge zu verwenden, indem er ein Pflaster über das bessere Auge (Patch) klebt oder mithilfe von Augentropfen das Sehvermögen des besseren Auges trübt. Durch das Abkleben des Auges oder den Einsatz von Augentropfen kann das schwächere Auge stärker werden. Manchmal werden ein Augenpflaster oder Augentropfen eingesetzt, wenn Refraktionsfehler nicht mehr mit Brille oder Kontaktlinsen korrigiert werden können.

Wenn Schielen (Strabismus) die Ursache ist, kann dies mit einer Operation korrigiert werden, nachdem die Sehkraft der beiden Augen angeglichen wurde.

Eine Katarakt (grauer Star) oder eine Trübung des Auges kann ebenfalls eine operative Behandlung erfordern.

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