GESELLSCHAFT


Vielen Tierarten auf der Erde geht es zunehmend schlechter

Baku, 12. Dezember, AZERTAC

Meist sind es keine guten Nachrichten, die die Weltnaturschutzunion (IUCN) überbringt. Denn vielen Tierarten auf der Erde geht es zunehmend schlechter. Oft ist es der Mensch, der den Lebensraum der Arten verknappt. Aber im Fall des Wisents übermittelt die IUCN zum Jahresende gute Nachrichten.

Rigorose Schutzmaßnahmen haben die Lage für die europäische Rinderart offenbar verbessert. Das Tier, auch europäischer Bison genannt, ist weniger stark gefährdet als bisher, berichtete die IUCN in Gland bei Genf. Sie verwaltet die Rote Liste der gefährdeten Arten und aktualisiert sie laufend.

Der Wisent (Bison bonasus) ist von Kategorie drei (»gefährdet«) auf Kategorie zwei (»potenziell gefährdet«) heruntergestuft worden. Die Zahl der Wisente sei von 1800 im Jahr 2003 auf 6200 im vergangenen Jahr gestiegen, berichtete die IUCN. Anfang des 20. Jahrhunderts war die Art in der Wildnis schon einmal ausgestorben, überlebte aber in Zuchtstationen und wurde in den Fünfzigerjahren wieder ausgewildert. Die größten Populationen befinden sich in Polen, Belarus und Russland. In Deutschland war im Rothaargebirge allerdings schon ein Streit zwischen Umweltschützern und Bauern wegen der Auswilderung der Tiere entbrannt.

Die IUCN listet Tiere und Pflanzen in acht Kategorien, von "ausgestorben" bis "nicht gefährdet". Manche Arten können nicht eingeordnet werden, weil nicht genügend Daten vorliegen. Auf der Liste stehen derzeit fast 129.000 Tier- und Pflanzenarten, von denen fast 36.000 vom Aussterben bedroht sind.

Auch im aktuellen Bericht zeigt sich, dass es für einige Arten zu spät ist. Demnach seien in Mittelamerika drei Froscharten ausgestorben. In einem der größten Seen der Philippinen, dem Lanaosee, seien 15 der 17 dort einst heimischen Frischwasserfische gänzlich verschwunden. Die Haiart Carcharhinus obsolerus, die im vergangenen Jahr erstmals beschrieben wurde, ist jetzt in der Kategorie "vom Aussterben bedroht" aufgeführt. Die Rochenart Riesenmanta (Mobula birostris) wurde" hochgestuft in die Kategorie "stark gefährdet". 30 Prozent der Rochen und Haie seien vom Aussterben bedroht, berichtete die Marine Megafauna-Stiftung. Dies sei eine Folge nicht nachhaltiger Fischerei.

Im Jahr 2019 standen insgesamt über 100.000 Arten auf der Roten Liste. 28.000 galten als direkt vom Aussterben bedroht. Laut IUCN sind immer mehr Spezies in Not, weil Wälder massiv gerodet und die Meere überfischt werden. Die Tiere verlieren ihre Lebensräume, weil Menschen die Flächen beispielsweise für den Ackerbau nutzen. Manche Tiere werden auch wegen ihres Fleisches gejagt. Nötig seien mehr Schutzgebiete und eine bessere Überwachung von Flora und Fauna. Zudem sollten nachhaltiger Tourismus und die Suche nach Fleischalternativen gefördert werden.

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