GESELLSCHAFT


WHO: 99 Prozent der Menschen atmen schlechte Luft

Baku, 8. März, AZERTAC

Jedes Jahr würden weltweit mehr als sieben Millionen Menschen an den Folgen von Luftverschmutzung sterben, sagte die Umweltmedizinerin Maria Neira von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bei der Vorstellung eines jährlichen Berichts ihrer Behörde. Er basiert auf einer Berechnung, für die Messungen aus 6000 Städten in 117 Ländern sowie Satellitendaten ausgewertet wurden.

Gerade nach einer Pandemie sei die hohe Zahl der vermeidbaren Todesfälle nicht hinnehmbar, so Neira. “Dennoch werden immer noch zu viele Investitionen in eine verschmutzte Umwelt statt in saubere, gesunde Luft gesteckt“, so die WHO-Abteilungsdirektorin für Umwelt, Klimawandel und Gesundheit. In dem Papier heißt es, dass geschätzt 99 Prozent der Weltbevölkerung Luft atmet, bei denen die WHO-Grenzwerte für Feinstaub und Stickstoffdioxid nicht eingehalten werden.

Die Uno-Organisation hatte ihre Grenzwerte vergangenes Jahr deutlich verschärft.

Der Zahl der vorzeitigen Todesfälle durch Luftverschmutzung ist umstritten. Fest steht aber: Feinstaub kann in Lunge und Blut eindringen, die Atemwege beeinträchtigen, das Herz-Kreislauf-System schädigen und etwa zu Schlaganfällen führen. Stickstoffdioxid entsteht hauptsächlich in Verbrennungsmotoren von Fahrzeugen. Das Gas wird ebenfalls mit Atemproblemen in Zusammenhang gebracht.

“Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen viel schneller verringern“ - WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus sprach von der “dringenden Notwendigkeit, die globale Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen viel schneller zu verringern“. Die Gesundheitsorganisation forderte unter anderem Förderungen für den Umstieg auf saubere Energie in Privathaushalten.

Rauch von Öfen und Feuerstellen ist laut WHO ein wesentlicher Faktor für die globale Luftverschmutzung. Außerdem sollten aus Sicht der Organisation auch Maßnahmen für Fußgänger, Radfahrer und den öffentlichen Verkehr getroffen werden.

Laut dem Luftqualitätsbericht bestehen deutliche Unterschiede zwischen reicheren und ärmeren Regionen. In Ländern mit hohem Einkommen werden in 17 Prozent der Städte die WHO-Richtwerte für Feinstaub eingehalten. In Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen liegt der Wert demnach nur bei einem Prozent.

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