WELT


WTO-Chef über weitere Eskalation des Handelsstreits unter führenden Industriestaaten

Baku, 9. August, AZERTAC

Der Chef der Welthandelsorganisation (WTO) hat vor gravierenden Folgen durch eine weitere Eskalation des Handelsstreits unter führenden Industriestaaten gewarnt. "Die Situation ist äußerst ernst", schrieb Roberto Azevêdo in einem Gastbeitrag im "Handelsblatt".

Azevêdo zufolge seien "die ersten Schüsse" bereits gefallen, unabhängig davon, ob man die Situation als Handelskrieg bezeichne oder nicht. "Eine weitere Eskalation hätte erhebliche Auswirkungen auf die Weltwirtschaft, würde in allen Ländern Arbeitsplätze und Wachstum gefährden und die Ärmsten am schwersten treffen."

Er nannte mit Bezug auf die aktuellen Handelskonflikte keine Namen von Ländern. Seine Kritik dürfte sich aber vor allem an die Adressen der Regierungen in den USA und in China richten. Zuletzt hatte sich der Zollstreit zwischen den größten Volkswirtschaften verschärft. Beide Regierungen hatten mehrfach neue Abgaben auf Waren des jeweils anderen Landes angekündigt.

Internationale Gemeinschaft soll nicht nur zusehen - Die Kritik des WTO-Chefs an der zugespitzten Lage beschränkt sich aber nicht auf einzelne Länder. "Es liegt in der Verantwortung der gesamten internationalen Gemeinschaft, zur Lösung dieser Probleme beizutragen", schrieb Azevêdo. Und: "Schweigen könnte sich als ebenso schädlich erweisen wie das Ergreifen von Maßnahmen, die zu einem Handelskrieg führen könnten."

In ihrem am Donnerstag veröffentlichten Wirtschaftsbericht warnte die Europäische Zentralbank (EZB), der durchschnittliche US-Einfuhrzoll würde auf den höchsten Stand der vergangenen 50 Jahre klettern, wenn alle angedrohten Schritte im Handelsstreit umgesetzt werden sollten. "Diese Entwicklungen stellen auf die kurze bis mittlere Frist ein ernstzunehmendes Risiko für die globalen Handels- und Konjunkturaussichten dar."

Die Wirtschaftsperspektiven für den Euro-Raum schätzen die Währungshüter aber trotz der jüngsten Verlangsamung des Wachstums positiv ein. Der private Konsum werde von Verbesserungen auf dem Arbeitsmarkt getragen. Zudem blieben die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen günstig.

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