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Waldbrände in Portugal: Mindestens 31 Tote und 50 Verletzte

Baku, 16. Oktober, AZERTAC

Bei Waldbränden in Portugal sind nach jüngsten Angaben mindestens 31 Menschen ums Leben gekommen. Das teilte der portugiesische Zivilschutz mit. Betroffen seien die Regionen Coimbra, Castelo Branco sowie Viseu im Zentrum des Landes und Aveiro im Norden, sagte eine Sprecherin der Behörde der Nachrichtenagentur Lusa. 50 Personen wurden verletzt, 15 von ihnen schwer. Die Zahl der Opfer könnte noch steigen, da die Rettungskräfte noch nicht in alle Gebiete gelangen konnten.

Mehr als 5000 Einsatzkräfte der Feuerwehr, des Zivilschutzes und der Streitkräfte versuchen, die Flammen zu löschen. Nach offiziellen Angaben gibt es in dem Land rund hundert Brandherde. Zahlreiche Landstraßen und auch drei Autobahnen mussten gesperrt werden. Medien berichteten von "Hunderten bis Tausenden Menschen", die nachts in ihren Fahrzeugen festsaßen.

Wegen anhaltender Trockenheit und Hitze besteht in Portugal weiterhin erhöhte Waldbrandgefahr. Warmer Südwind fachte die Brände an. Die Einsatzkräfte hoffen auf ein Atlantiktief, das für die kommenden Tage Regenfälle bringen soll.

In Portugal gibt es insbesondere in den Sommermonaten immer wieder Waldbrände, in diesem Jahr besonders verheerende. Mitte Juni starben 64 Menschen bei schweren Bränden im Zentrum des Landes, mehr als 250 weitere Personen wurden verletzt. Bis Ende September wurden bereits fast 216.000 Hektar Wald zerstört.

Auch im Nachbarland Spanien ist die Lage kritisch. In Galicien starben mindestens vier Menschen. Der Vertreter der spanischen Regierung in der autonomen Region, Santiago Villanueva, sagte dem Sender Cadena Ser, alle Feuer dort seien vermutlich von Brandstiftern gelegt worden. Gegen mehrere Verdächtige werde ermittelt.

Etwa 20 von den Bränden bedrohte Ortschaften wurden evakuiert. Auch ein Studentenwohnheim der Universität Vigo und eine Fabrik des Automobilherstellers PSA Peugeot Citröen wurden geräumt. Insgesamt wurden in der Region bis zu 200 Brandherde registriert. Betroffen war eine Fläche von mehr als 4000 Hektar.

In der Nähe von Nigrán südlich von Vigo kamen zwei Frauen ums Leben, die versucht hatten, den Flammen in einem Lieferwagen zu entkommen. Feuerwehrleute fanden ihre Leichen. Zunächst hatte es geheißen, die Toten seien männlich. Außerdem starb ein 67 Jahre alter Mann bei Carballeda de Avia, als er die sich seinem Haus nähernden Flammen löschen wollte, wie die Zeitung "El Mundo" berichtete.

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