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Wird es für Sebastian Vettel 2020 noch schwieriger gegen Charles Leclerc?

Baku, 4. Oktober, AZERTAC

Teamintern scheint Charles Leclerc bei Ferrari so langsam die Oberhand gegen Sebastian Vettel zu gewinnen. Der Monegasse gilt als kommender Weltmeister, während Vettels Stern langsam am Sinken ist. Leclerc schrieb mit seinen Siegen in Spa und Monza Schlagzeilen und konnte Vettel seit Kanada in jedem Qualifying bezwingen.

In der WM-Wertung liegt er in seinem ersten Ferrari-Jahr bereits 21 Punkte vor dem viermaligen Weltmeister. Und glaubt man Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve, wird das Duell 2020 noch deutlicher zugunsten des Youngsters ausfallen. Vettel habe keine Chance: "Nein, denn die Energie stimmt nicht", sagt der Kanadier gegenüber "Motorsport-Total.com".

Das liege aber weniger an Vettel selbst, sondern an der Energie um ihn herum. "Alle wollen Leclerc, Leclerc, Leclerc. Die Medien, die Fans ... Und dagegen kann man nichts machen", so Villeneuve. "Es spielt keine Rolle, wie gut du fährst. Du bist auf der falschen Seite der Energie. Und wenn es so ist, dann leidet man eine Weile. Das ist ein Gesetz in diesem Sport."

Spätestens seit den beiden Rennen nach der Sommerpause gilt Leclerc als neuer Liebling der Ferrari-Fans. In Belgien holte er Ferraris lange ersehnten ersten Saisonsieg und in Monza eine Woche später den noch länger ersehnten Heimsieg in Italien - etwas, das Vettel in seiner gesamten Zeit bei der Scuderia nicht gelungen war.

Der Abstieg des viermaligen Weltmeisters begann vor einem Jahr beim Rennen in Hockenheim. In Führung liegend warf der Deutsche seinen Ferrari ins Kiesbett und schien seitdem in einer Negativspirale zu stecken. Mehr als ein Jahr lang musste Vettel nach dem Belgien-Grand-Prix 2018 auf einen Sieg warten - und der kam in Singapur dank eines umstrittenen Undercuts gegen Leclerc.

Dass Hockenheim Vettel damals in die Krise gestürzt hat, kann sich Villeneuve gut vorstellen: "Natürlich, denn man macht einen Fehler und weiß, dass man selbst schuld ist. Das hat wahrscheinlich die ganze Meisterschaft verändert - auch psychologisch", sagt er.

Gleiches sei ein Jahr zuvor in Singapur passiert, als es am Start die Kollision mit Teamkollege Kimi Räikkönen und Max Verstappen gab. "Die ganzen Medien und Fans sprechen darüber, also spürst du den Druck. Natürlich hat das einen Einfluss", so Villeneuve.

Von einigen wurde jedoch nahegelegt, dass vor allem das Konzept des SF90 nicht zu Vettel passen würde, weswegen er das Nachsehen gegen Leclerc hätte. Doch da winkt Villeneuve ab: "Es hat nichts mit dem Konzept des Autos zu tun. Das Auto wurde zusammen mit dem Feedback der Fahrer designt, die vorher gefahren sind." Und das waren Vettel und Räikkönen - nicht Leclerc. "Er hat also seinen Anteil am Design dieses Autos."

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