Brasilien kritisiert europäische Geldschwemme
Baku, den 6. März (AZERTAG). Auf der Computermesse Cebit kam es zum Schlagabtausch. Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff kritisierte die Milliardenspritzen, die die Europäische Zentralbank in die Finanzmärkte pumpt. Bundeskanzlerin Angela Merkel versprach Besserung - und teilte selbst aus.
In den Schwellenländern wächst die Angst vor einer Geldschwemme aus Europa und den USA. Nach einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel auf der Computermesse Cebit äußerte Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff scharfe Kritik an der Politik des billigen Geldes.
„Ich habe der Bundeskanzlerin die Sorge Brasiliens ausgedrückt bei der Währungsexpansion, die im Gange ist“, sagte die Präsidentin. Die USA stellten den größeren Teil des Problems da. „Aber auch die EU entwertet ihre Währung.“ Damit zielte Rousseff auf die üppigen Geldspritzen, die die Europäische Zentralbank (EZB) den Geschäftsbanken in der Euro-Zone bereitstellt.
In zwei Auktionen hatte die EZB im Dezember und Februar insgesamt mehr als eine Billion Euro in den Markt gepumpt. Das Geld muss erst nach drei Jahren zurückgezahlt werden. Auch die US-Notenbank Fed versorgt die heimische Finanzwirtschaft seit Beginn der Finanzkrise vor vier Jahren mit billigem Geld.
Schwellenländer wie Brasilien haben angesichts der niedrigen Zinsen in den Industrieländern mit starken Geldzuflüssen zu kämpfen. Dadurch werden die Währungen dieser Staaten deutlich aufgewertet - was wiederum die Exporte verteuert und Importe aus dem Ausland verbilligt. Einige Schwellenländer haben als Reaktion darauf Einfuhrzölle erhöht, in Brasilien zum Beispiel für Autos. Rousseff erklärte dies mit der ihrer Meinung nach „künstlichen Abwertung von Währungen“.