Uno-Bericht: Weltweit leidet rund 673 Millionen Menschen oder 8,2 Prozent der Weltbevölkerung an Hunger
Baku, 29. Juli, AZERTAC
Die Zahl der hungernden Menschen weltweit ist einem Uno-Bericht zufolge 2024 das dritte Jahr in Folge gesunken. Dem Bericht zur weltweiten Ernährungssicherheit zufolge litten weltweit rund 673 Millionen Menschen oder 8,2 Prozent der Weltbevölkerung an Hunger, verglichen mit 8,5 Prozent im Jahr 2023.
Der Rückgang sei vor allem auf einen verbesserten Zugang zu Lebensmitteln in Südamerika und Indien zurückzuführen. In Afrika ist der Hunger laut dem Bericht jedoch weiter verbreitet als vor 20 Jahren. Dort hielten Produktivitätssteigerungen nicht mit dem Bevölkerungswachstum und den Auswirkungen von Konflikten, extremen Wetterereignissen und Inflation Schritt.
Zwischen 638 und 720 Millionen Menschen waren im vergangenen Jahr von Hunger betroffen, wie es in dem Bericht von der Welternährungsorganisation (FAO), dem Internationalen Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (Ifad), dem UN-Kinderhilfswerk (Unicef), dem Welternährungsprogramm (WFP) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) heißt. Im Jahr 2023 hatten demgegenüber 713 bis 757 Millionen Menschen unter Hunger gelitten.
Zunehmende Konflikte verschärften die Lage weltweit, insbesondere im Gazastreifen drohe eine Massenhungersnot, heißt es in dem Bericht. “Hunger schürt Instabilität und untergräbt den Frieden”, warnte Uno-Generalsekretär António Guterres bei einem Uno-Ernährungsgipfel zur Vorstellung des Berichts in Addis Abeba angesichts der katastrophalen Lage im Gazastreifen. „Wir dürfen Hunger niemals als Kriegswaffe akzeptieren”.

Hunger ist ungleich verteilt - Dabei ist der Hunger weltweit sehr ungleich verteilt: Während die Zahl der Hungernden in Lateinamerika, der Karibik und einigen Ländern Asiens deutlich zurückging, war laut dem Bericht jeder fünfte Mensch in afrikanischen Ländern unterernährt. Die Hälfte aller hungernden Menschen lebt auf dem afrikanischen Kontinent, laut Prognosen dürfte der Anteil bis 2030 auf 60 Prozent ansteigen.
Der Bericht weist auch auf “anhaltende Ungleichheit zwischen Männern und Frauen” hin, wobei sich die Kluft im Vergleich zum Vorjahr vergrößert hatte. Frauen und Kinder litten demnach besonders stark unter Ernährungsunsicherheit. Mehr als 150 Millionen Kinder unter fünf Jahren verzeichneten laut Bericht Wachstumsstörungen infolge von Mangelernährung.
Die Uno hatte sich als Ziel gesetzt, den weltweiten Hunger bis 2030 zu beenden. Dem Bericht zufolge ist sie davon weit entfernt, auch wenn die Zahl der Hungernden voraussichtlich sinken wird. Bis 2030 sind den Berechnungen zufolge noch 512 Millionen Menschen von Hunger bedroht – davon 60 Prozent in Afrika.
Auch Übergewicht nimmt zu - Nicht nur Hunger gefährdet die Gesundheit der Menschen – auch falsche Ernährung. Dem Bericht zufolge stieg der Anteil der stark übergewichtigen Menschen weltweit von 12,1 Prozent der Erwachsenen im Jahr 2012 auf 15,8 Prozent im Jahr 2022. Der Verbrauch hoch verarbeiteter Lebensmittel habe zugenommen, so der Bericht. Hierzu könnten die niedrigeren Preise für diese Lebensmittel beigetragen haben.
Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali-Radovan nannte es inakzeptabel, dass viele Menschen an Hunger litten in einer Welt, in der es eigentlich genug Essen für alle gebe. Der Kampf gegen Hunger bleibe ein Schwerpunkt deutscher Entwicklungszusammenarbeit, versicherte sie in einer Stellungnahme zum Welternährungsbericht.