GESELLSCHAFT


3200 Jahre altes Skelett zeigt Metastasen

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Baku, den 18. März (AZERTAG). Krebs gilt als Erkrankung der modernen Zivilisation. Nun haben Forscher ein 3200 Jahre altes Skelett ausgebraben, das deutliche Spuren von Krebsmetastasen aufweist - der bisher älteste Nachweis für die häufig tödlichen Wucherungen.

Archäologen haben im Sudan ein mehr als 3200 Jahre altes, von Krebs-Metastasen befallenes männliches Skelett entdeckt. Es ist das älteste bislang bekannte dieser Art, berichten Forscher in der Fachzeitschrift „PLoS One“. Die Überreste des mit 25 bis 35 Jahren verstorbenen Mannes waren vor einem Jahr in einem Grab am Nil, in Amara, 750 Kilometer südlich der sudanesischen Hauptstadt Khartum, von der österreichischen Forscherin Michaela Binder ausgegraben worden.

Die Analyse des Skeletts zeige leichte Knochenverletzungen, die nur von Krebs verursacht worden sein können, so die Forscher von der Universität von Durham im Nordosten Englands und des British Museum. Das historische Krebsopfer war von Wucherungen der Krankheit übersät. Spuren von Metastasen fanden die Wissenschaftler auf den Schlüsselbeinen, den Schulterblättern, den Halswirbeln, Armen, Rippen, auf den Hüft- und Beckenknochen.

Der Fund könne helfen, die bislang nahezu unbekannte Geschichte von Krebserkrankungen zu verstehen, schreiben die Forscher. Ob der Mann an Krebs gestorben ist, ist jedoch noch genau so ungewiss wie der Grund für seine Erkrankung: Rauch von Holzfeuern, genetische Faktoren oder eine Infektionskrankheit?

Frühere Funde von noch älteren Knochen hatten gezeigt, dass es Krebserkrankungen bereits seit mehr als hunderttausend Jahren gibt. Im Juni 2013 hatten Forscher in einem 120.000 Jahre alten Neandertalerknochen Spuren von Knochenkrebs nachgewiesen.

Heute ist Krebs eine der häufigsten Todesursachen. In archäologischen Funden ist die Krankheit äußerst selten nachzuweisen. Deswegen sei die Wissenschaft bislang davon ausgegangen, dass Krebs in erster Linie auf die zeitgenössische Lebensweise und die höhere Lebenserwartung zurückzuführen sei, schreiben die Wissenschaftler.

 

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