GESELLSCHAFT


Atomaufsicht will Überwachung verschärfen

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Baku, den 31. Juli (AZERTAG). Gerade erst musste Fukushima-Betreiber Tepco zugegeben, dass radioaktiv kontaminiertes Wasser ins Meer gelangt ist. Warum das passieren konnte, hat bislang niemand erklärt. Die Atomaufsichtsbehörde will nun Expertenteams in die AKW-Ruine entsenden.

Nach der Messung erhöhter Radioaktivität vor Japans Pazifikküste hat die Atomaufsichtsbehörde des Landes eine verschärfte Überwachung der Zustände im havarierten Atomkraftwerk Fukushima angekündigt. Dazu sollten zwei Expertenteams eingesetzt werden, teilte die Behörde am Dienstag mit. Über deren Zusammensetzung machte sie zwar noch keine Angaben. Es wurde aber davon ausgegangen, dass Vertreter der Atomaufsicht, des Fukushima-Betreibers Tepco und eines Forschungsinstituts beteiligt sein sollen.

In der vergangenen Woche hatte Tepco eingeräumt, dass radioaktiv verseuchtes Grundwasser den Pazifik erreicht hatte. Knapp zwei Wochen zuvor war bekannt geworden, dass aus einem Leck in der Anlage radioaktive Stoffe ins Grundwasser gelangt waren. Die Belastung des Grundwassers mit dem krebserregenden Cäsium lag nach Angaben von Tepco deutlich über dem zulässigen Grenzwert. Die Atomaufsicht erklärte nun, es gebe weiterhin keine Erklärung für die Entwicklung.

Pannenserie am havarierten AKW - An der AKW-Ruine kam es in letzter Zeit immer wieder zu Zwischenfällen. Mitte Juli meldete die Atomaufsichtsbehörde NRA, dass radioaktive Substanzen über kontaminiertes Grundwasser auch ins Meer gelangt sein. Dafür sprach etwa der Fang eines hochgradig kontaminierten Fisches. In der Nähe der AKW-Ruine hatten japanische Fischer einen Barsch gefangen, bei dem ein Cäsium-Anteil von mehr als 1000 Becquerel pro Kilogramm gemessen wurde - eine Überschreitung der für Lebensmittel zulässigen Höchstgrenze um das Zehnfache.

Anfang Juli hatte Tepco selbst gemeldet, die Konzentration radioaktiver Stoffe im Grundwasser habe sich deutlich erhöht. Die Belastung des Grundwassers mit dem krebserregenden Cäsium lag nach Angaben des Betreibers deutlich über dem zulässigen Grenzwert. Tepco hatte zuvor noch beteuert, das Grundwasser um das havarierte Atomkraftwerk sei durch Stahlböden und das Betonfundament weitgehend abgekapselt. Doch immer wieder gibt es an der Atomruine Lecks, so dass das Grundwasser kontaminiert wird.

Ebenfalls in diesem Monat stieg von einem der zerstörten Gebäude Dampf auf - Betreiber Tepco erklärte dazu wie üblich, für die Umwelt bestehe keine Gefahr.

Das Atomkraftwerk Fukushima wurde im März 2011 durch ein schweres Erdbeben und einen gewaltigen Tsunami zerstört. Es kam zur Kernschmelze in mehreren Reaktoren und zu Explosionen, Radioaktivität wurde in die Umwelt freigesetzt. Die Katastrophe von Fukushima war das folgenschwerste Atomunglück seit dem Unfall von Tschernobyl 1986.

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