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Auf dem Mars gibt es wahrscheinlich flüssiges Wasser

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Baku, 29. September, AZERTAC

Im Marsboden lagert Eis, das scheint sicher. Nun zeigen Ablagerungen in Gesteinsrinnen, dass offenbar auch flüssiges Wasser über den Roten Planeten strömt.

Auf dem Mars gibt es wahrscheinlich flüssiges Wasser. Darauf deuten neue Analysen von Messdaten der Raumsonde „Mars Reconnaissance Orbiter“ (MRO) der US-Raumfahrtbehörde Nasa hin.

Salziges Schmelzwasser könnte demnach regelmäßig im Marssommer Steilhänge hinabfließen, berichten Forscher um Lujendra Ojha vom Georgia Institute of Technology in Atlanta im Fachblatt „Nature Geoscience“. Die Analysen sind der bislang beste Beleg dafür, dass es auch heute noch zumindest zeitweise flüssiges Wasser auf dem Roten Planeten gibt.

Auf dem Mars wurden bereits verschiedene Wassereisvorkommen und zahlreiche Hinweise auf ausgetrocknete Gewässer gefunden. Flüssiges Wasser selbst hingegen wurde bislang nicht direkt beobachtet. Seine Entdeckung hätte Bedeutung für die Suche nach vergangenem oder womöglich noch existierendem Leben auf dem Roten Planeten - Wasser ist höchstwahrscheinlich Voraussetzung für Leben.

Salz macht flüssig - Die Forscher um Ojha hatten auffällige Rinnen untersucht, die sich im Sommer regelmäßig an manchen Steilhängen auf dem Mars formen. Die in der Regel wenige Meter schmalen Strukturen entstehen, wenn die Temperaturen an den Hängen über rund minus 20 Grad Celsius klettern und regelmäßig auch den Gefrierpunkt übersteigen.

Schon seit der Entdeckung dieser Fließstrukturen spekulieren Forscher, dass sie von flüssigem Wasser stammen könnten, dessen Gefrierpunkt durch Salze herabgesetzt wurde. Dieses Wasser könnte von Eis abschmelzen, das seit Langem unter dem Marsboden vermutet wird, oder von den Salzen aus der dünnen Marsluft gebunden werden.

Die Signatur von Wasser oder Salzen ließ sich an den Fließstrukturen in den bisherigen Messdaten allerdings nicht finden. Die Genauigkeit des sogenannten Spektrometers, mit dem die Sonde anhand von Strahlung die chemische Zusammensetzung des Marsbodens untersucht, ist dafür nicht fein genug.

Die neue Auswertung indes zeige erstmals die Signatur typischer Salzhydrate. In der Umgebung fanden sich diese Signaturen dagegen nicht.

Morgens verdunstet - Diese Beobachtung machten die Forscher bei Fließstrukturen an vier verschiedenen Orten auf dem Mars. Das lege nahe, dass die Fließstrukturen von fließender Salzlauge geformt würden, heißt es in „Nature Geoscience“.

Bereits kürzlich hatte der Marsrovers „Curiosity“ mögliche Spuren flüssigen Wassers auf dem Mars gefunden. Demnach könnte sich abends in den oberen fünf Zentimetern des Bodens aus der Luftfeuchtigkeit eine Art Salzlauge bilden, die morgens wieder verdunstet.

Ein großer Teil des Marswassers könnte in unterirdischen Gletschern gefangen sein, die ein anderes Forscherteam durch Messungen der Sonde „Mars Reconnaissance Orbiter“ in den mittleren Breiten des Planeten entdeckt hat. Die Radarmessungen zeigten massive Wassereis-Gletscher unter einer dicken, schützenden Staubschicht, berichten die Wissenschaftler im Fachblatt „Geophysical Research Letters“.

„Wir haben berechnet, dass die Gletscher mehr als 150.000 Kubikkilometer Eis enthalten“, berichtete Nanna Bjørnholt Karlsson von der Universität von Kopenhagen. „Diese Menge Eis könnte die gesamte Marsoberfläche mit 1,1 Metern Eis bedecken. Das Eis der mittleren Breiten ist daher ein wichtiger Teil des Wasserreservoirs auf dem Mars.“

Die Beobachtungen passen zu denen der europäischen Raumsonde „Mars Express“: Auch sie hat kürzlich Eis in gemäßigten Breiten und sogar in Äquatornähe entdeckt.

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