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Auf dem Meeresboden der Arktis wurden Spuren vorzeitlicher Riesen-Eisberge gefunden

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Baku, den 6. August (AZERTAG). Wissenschaftler des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI) haben auf dem Meeresboden der Arktis Furchen entdeckt, die auf Grund gelaufene Mega-Eisberge hinterlassen haben. Die Spuren in einer Tiefe von mehr als 1,2 Kilometern seien die tiefsten, die bisher in der Arktis gefunden wurden, teilte das AWI mit.

Die riesigen Eisberge trieben irgendwann in den vergangenen 800.000 Jahren über den Boden zwischen Grönland und Spitzbergen. Die Furchen sind bis zu 15 Meter tief, 300 Meter breit und vier Kilometer lang.

Die AWI-Wissenschaftler schätzen die Größe dieser Eisberge auf rund 1200 Meter, da in den Eiszeiten der Meeresspiegel etwas niedriger war als heute. Solche gigantischen Eisberge gibt es heute nicht mehr: Die größten reichen derzeit maximal bis zu 700 Meter unter die Wasseroberfläche und befinden sich in der Antarktis.

Die Entdeckung der AWI-Wissenschaftler geht auf Daten zurück, die das Forschungsschiff Polarstern bereits 1990 gesammelt hatte. Erst durch eine verbesserte Technik konnten die Wissenschaftler die Daten nun genauer auswerten.

„Als wir uns die Daten aufs Neue detailliert angeschaut haben, sind uns die Furchen aufgefallen. Im Hinblick auf die Tiefe war uns dann schnell klar, dass wir da etwas Interessantes gefunden hatten“, sagt Jan Erik Arndt, einer der Autoren. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher im Onlineportal des Fachmagazins "Geophysical Research Letters“.

Die Ergebnisse liefern auch neue Hinweise auf die lange diskutierte Frage, wie in der Vergangenheit Süßwasser aus der Arktis in den Atlantischen Ozean gelangte. Die Wissenschaftler vermuten nun, dass die Eisgiganten das gefrorene Süßwasser transportierten.

„Dass Eisberge in dieser Größenordnung aus der Arktis getrieben sind, spricht eindeutig dafür, dass Eisberge eine gravierende Rolle für die Süßwasserzufuhr hatten, als bisher angenommen“, sagt Jan Erik Arndt.

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