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Bei hohen Temperaturen über 20 Grad fahren auch die Larven den Stoffwechsel hoch

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Baku, den 11. Juni (AZERTAG). Biergarten, Baggersee, Bratwurst vom Grill - dieser sommerliche Dreiklang wird durch ein viertes B empfindlich gestört: Blutsauger. Mücken könnten in diesem Jahr zur Plage werden, wegen des Wetters.

Das Frühjahr war warm und in Teilen Deutschlands auch feucht. Ideale Bedingungen also für die Eiablage und die Entwicklung der Mückenlarven und -puppen. Dazu kommt: bei dem derzeit warm-feuchten Wetter produzieren die Tiere besonders schnell Eier. Insektenforscher Helge Kampen vom Friedrich-Loeffler-Institut auf der Ostseeinsel Riems kommt daher zu dem Schluss: „Es scheint kein schlechtes Mückenjahr zu werden.“

„Bei hohen Temperaturen über 20 Grad fahren auch die Larven den Stoffwechsel hoch“, sagt der Entomologe vom Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit. Bei 25 Grad Celsius könnten sich innerhalb weniger Tage aus den Eiern Larven entwickeln, die sich verpuppen und aus denen dann die Stechmücken schlüpfen. Im Idealfall dauere die Entwicklung vom Ei bis zur Mücke nur 10 bis 14 Tage.

Stechmücken entwickeln sich in stehenden Gewässern. Je nach Art können das Regentonnen, Gießkannen, aber auch Überschwemmungsflächen nach Hochwassern oder starkem Regen sein. Die gemeine Hausmücke legt bis zu 300 Eier auf einmal ab. In ihrem rund vier Wochen dauernden Leben kann sie laut Kampen unter guten Wetterbedingungen die Eiablage mehrfach wiederholen.

Guppys in der Regentonne - Das aus menschlicher Sicht größte Problem: „Die weiblichen Mücken benötigen Blut, damit sie überhaupt Eier produzieren können.“ Die Männchen fliegen hingegen nicht auf Mensch, Rind, Schaf oder Hund. Sie sind genügsamer - ihnen reicht Wasser und ein Energieträger wie Zucker.

Mücken haben natürliche Feinde - und mit denen können Mückengeplagte den Insekten auch ein Schnippchen schlagen. Zu den Feinden zählen Amphibien, andere Insekten oder auch Fische, die die Mückeneier und Larven fressen. „Guppys oder andere kleine Fische in der Regentonne können helfen, die Zahl der Eier und Larven deutlich zu minimieren.“ Viel besser sei es aber, die Behälter regelmäßig zu leeren.

Ob ein Winter besonders kalt oder durchschnittlich ist, hat entgegen weitläufiger Meinung wenig Einfluss auf die Anzahl der Mücken im darauffolgenden Sommer, wie Kampen sagte. Entscheidend sei vielmehr, wie das Frühjahr und der Frühsommer ausfallen.

Schwankende Wintertemperaturen haben dagegen schädliche Auswirkungen. „Wird es im Winter zwischendurch warm, wird der Stoffwechsel der überwinternden Mücke oder der Larve angekurbelt“, erklärte Kampen. Stürzen die Temperaturen dann wieder ab, sterben viele Tiere.

 

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