WIRTSCHAFT


Brasilianische Wirtschaft war im Frühjahr kräftig geschrumpft

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Baku, 1. September, AZERTAC

Die brasilianische Präsidentin Rousseff steht unter Druck. Das Land steckt in der Rezession, Autobauer halten deshalb schon die Bänder an. Jetzt reichte Rousseff den ersten Haushaltsplan in der Geschichte des Landes mit roten Zahlen ein.

Brasiliens Regierung hat ihre Erwartungen an die Staatsfinanzen deutlich nach unten korrigiert. Statt eines bislang erwarteten Überschusses von 0,7 Prozent der Wirtschaftsleistung geht sie nun von einem Primärdefizit von 0,34 Prozent aus. Nach Angaben mehrerer Nachrichtenagenturen reichte Präsidentin Dilma Rousseff damit erstmals in der Geschichte Brasiliens eine Haushaltsvorlage ein, die rote Zahlen vorsieht.

Mit der Vorlage will Rousseff den Kongress unter Druck setzen. Sie muss dringend neue Einnahmequellen erschließen, die Abgeordneten haben jedoch Widerstand bei unbeliebten Sparmaßnahmen angedroht.

Die brasilianische Wirtschaft war im Frühjahr kräftig geschrumpft und in eine Rezession gerutscht. Die Summe aller hergestellten Waren und Dienstleistungen sank zwischen April und Juni um 1,9 Prozent zum Vorquartal. Damit fiel das Bruttoinlandsprodukt schwächer aus, als es Ökonomen erwartet hatten. Schon zum Jahresanfang war die größte Volkswirtschaft Südamerikas um 0,7 Prozent geschrumpft. Bei zwei rückläufigen Quartalen in Folge sprechen Experten von einer Rezession.

Für die schlechte Entwicklung wird auch Rousseff verantwortlich gemacht. Ihre Beliebtheit fiel in Umfragen zuletzt auf einstellige Prozentwerte. So hat ihr Bemühen, die Ausgaben zu kürzen und die Steuern zu erhöhen, kaum geholfen, um verloren gegangenes Vertrauen aufseiten der Investoren und Konsumenten zurückzugewinnen.

Die Investitionen fielen im Frühjahr um 8,1 Prozent und damit das achte Quartal in Folge. Eine ähnlich lange Negativ-Serie hat es seit Erhebung der Daten 1996 noch nicht gegeben.

Daimler Chart zeigen kündigte am Montag an, wegen der Absatzkrise in Brasilien würden Arbeitszeit und Bezahlung seiner Belegschaft im Nutzfahrzeug-Werk in Sao Bernardo in der Nähe von Sao Paulo um je ein Fünftel gekürzt. Der US-Autobauer General Motors Chart zeigen (GM) reagiert mit einem Produktionsstopp im Nachbarland Argentinien. An vier Tagen im September stünden die Bänder in den dortigen GM-Werken still, teilte die Opel-Mutter mit. Brasilien ist der Hauptabnehmer der in Argentinien produzierten GM-Fahrzeuge. Von Juni auf Juli war die Fahrzeugproduktion im Land bereits um rund 16 Prozent gesunken.

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