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Chemieunfall in West Virginia

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Baku, den 18. Januar (AZERTAG). Der Chemieunfall von West Virginia bedeutet für die verantwortliche Firma das Aus. Der US-Konzern Freedom Industries ist pleite. Neue Details wurden auch zur möglichen Unfallursache bekannt.

Rund 300.000 Menschen in West Virginia mussten tagelang ohne Leitungswasser auskommen, sie durften es nur für die Toilettenspülung nutzen. Inzwischen wurde der Notstand für die meisten Bewohner wieder aufgehoben. Der wachsende Unmut der Bevölkerung und Geschäftspartner aber setzte den US-Konzern Freedom Industries immer stärker unter Druck. Acht Tage nach dem Chemieunfall hat das Unternehmen jetzt Insolvenz angemeldet.

Gläubiger von Freedom Industries drangen als Folge des Unfalls darauf, dass die Firma sie in bar bezahle. Der Geldabfluss habe dazu geführt, dass das Unternehmen pleite gegangen ist, heißt es in einem Dokument des US-Insolvenzgerichts in West Virginias Hauptstadt Charleston. Freedom Industries hat laut Insolvenzakten mindestens 200 Gläubiger, den größten 20 von ihnen schuldet das Unternehmen demnach 3,66 Millionen Dollar (rund 2,7 Millionen Euro).

„Außerdem wird die Liquidität des Schuldners dadurch erschöpft“, dass er sich „gegen zahlreiche Klagen verteidigen muss“, erklärte Freedom Industries laut einer gerichtlichen Akte. Durch die Insolvenzanmeldung werden mehr als 20 Prozesse in der Folge des Chemieunfalls vorübergehend ausgesetzt.

Der Unfall in einer Chemiefabrik in Charleston wurde den Akten zufolge möglicherweise dadurch verursacht, dass einer der Vorratsbehälter dort von einem spitzen Gegenstand durchbohrt worden sei. Es gibt aber auch noch eine andere Theorie. Demnach könnte eine geplatzte Wasserleitung dazu geführt haben, dass der Boden unter dem Tank mit den Chemikalien gefroren und dieser dadurch möglicherweise undicht geworden sei.

Aus dem Vorratsbehälter war am 9. Januar eine gesundheitsschädliche Methanolverbindung in den Elk River gelaufen - in der Nähe von Rohren, aus denen Wasser für die Versorgung der Bevölkerung abgezweigt wird. Dadurch war das größte Trinkwassersystem des Bundesstaats West Virginia verunreinigt worden.

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