WELT


China als weltweit wichtigsten Industriestandort

A+ A

Baku, den 27. Januar (AZERTAG). Der US-Computerkonzern Apple dürfte nach Schätzung von Analysten neue Verkaufsrekorde im Weihnachtsgeschäft aufgestellt haben. Doch die Welt hungert nach Neuheiten - und der Bau neuer Fabriken in den USA durch Apples Hauptlieferant Foxconn heizt Spekulationen an, dass es bald welche gibt.

Der Apple-Zulieferer Foxconn erwägt den Bau eigener Fabriken in den USA. Auf diese Weise könnten sich neue Geschäftsmöglichkeiten für den taiwanischen Konzern ergeben, teilte Firmenchef Terry Goum mit. Zudem stünden Investitionen in Indonesien an. Dieses Land sei besser als Indien dazu geeignet, China als weltweit wichtigsten Industriestandort abzulösen. Foxconn hatte zuletzt eine Zusammenarbeit mit Blackberry in Indonesien vereinbart.

Der Konzern beschäftigt weltweit mehr als eine Million Mitarbeiter und hat ambitionierte Wachstumsziele: Binnen der kommenden zehn Jahre könnte der Umsatz auf umgerechnet 240 Milliarden Euro steigen - zweieinhalb mal so viel wie 2013. Zum Foxconn-Konzern gehören Hon Hai Precision und Foxconn Technology. Das Unternehmen ist der wichtigste Lieferant für die Apple-Produkte iPhone und iPad.

Der Sprung in die USA könnte auch ein Hinweis darauf sein, dass die Zusammenarbeit in nächster Zukunft noch intensiviert wird. Denn die Spekulationen reißen nicht ab, dass Apple an Neuheiten bastelt und dafür Foxconn zu sich ins Boot holt.

Neuheiten gefragt - Denn obwohl Analysten sich von der der Kooperation mit China Mobile einen spürbaren Zuwachs der Nachfrage nach iPhones und iPads versprechen, bleibt doch klar, dass Apple langfristig neue Geräte anbieten muss, wenn der Konzern seine Position im Markt halten oder ausbauen will. „Ohne neue Produkt-Kategorien erscheinen Apples Märkte zunehmend gesättigt und umkämpft“, sagte Technologie-Analyst Toni Sacconaghi. Dies könne zu Lasten des Umsatzwachstums und der Rendite gehen. Wohl auch deswegen reißen die Gerüchte über die Einführung einer computerbasierten Armbanduhr, eines Apple-Fernsehers oder eines iPhones mit größerem Bildschirm nicht ab.

Aktuell erntet Apple erstmal die Früchte seiner Kreativität in der Vergangenheit. Im Weihnachtsgeschäft dürfte der US-Technologiekonzern nach Einschätzung von Analysten erstmals die Marke von 55 Millionen verkauften iPhones und 26 Millionen iPads geknackt haben. Am Montag nach Börsenschluss an der Wall Street will das Unternehmen Einblick in die jüngste Quartalsbilanz geben. Es sind die ersten drei Monate, in denen die iPhone-Luxusversion 5S sowie das günstigere Modell 5C den Verkauf dominierten.

Kampf um Marktposition in China - Für den von Steve Jobs mitgegründeten Konzern gibt es trotz des wahrscheinlichen Rekordquartals einige Unwägbarkeiten. So versucht der aggressive Finanzinvestor Carl Icahn Einfluss zu nehmen und fordert, deutlich mehr Geld aus den gigantischen Barmittel-Reserven an die Aktionäre weiterzureichen. Um sich noch mehr Gehör zu verschaffen, stockt der 77-Jährige seit Monaten regelmäßig seinen Apple-Anteil auf. Zugleich rückt dem kalifornischen Konzern auch der Smartphone-Weltmarktführer Samsung nicht vom Leib. Allerdings durchlaufen die Südkoreaner eine kleine Schwächephase und verzeichneten im Weihnachtsgeschäft erstmals seit zwei Jahren einen Gewinnrückgang.

Apple hatte zudem zuletzt noch Probleme in China. In der nach den USA weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft konnte das Unternehmen bislang kaum Boden gutmachen auf die heimische Konkurrenz wie Huawei und Xiaomi sowie Samsung. Während Apple weltweit die Nummer zwei bei den Smartphone-Verkäufen ist, kommt die Firma aus dem Silicon Valley in China laut den Marktforschern von Canalys nur auf Rang fünf. Doch seit Mitte Januar verkaufen die Kalifornier ihre Produkte auch beim größten Mobilfunk-Anbieter der Volksrepublik, China Mobile. Dies dürfte für frischen Wind sorgen.

© Jede Verwendung von Materialien muss durch den Hyperlink kenntlich gemacht werden

KONTAKT MIT DEM AUTOR

Füllen Sie die erforderlichen Stellen mit Zeichen* aus

Bitte geben Sie die Buchstaben wie oben gezeigt ein.
Egal, ob die Buchstaben groß oder klein sind