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China baut Riff zu einer künstlichen Insel aus

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Baku, 20. April, AZERTAC

Es ist ein neuer Höhepunkt im Inselstreit in Südostasien. China errichtet auf einem aufgeschütteten Eiland eine Landebahn. Experten fürchten, dass dort bald Flugzeuge stationiert werden.

Einst war es nur ein Riff- schon bald könnten Flugzeuge landen. China treibt auf einer umstrittenen Insel im Südchinesischen Meer offenbar den Bau einer Start- und Landebahn voran. Auf neuen Satellitenbildern, die das US-Politikinstitut Center for Strategic and International Studies (CSIS) auf seiner Internetseite veröffentlichte, ist den Angaben zufolge zu sehen, dass die schätzungsweise 3000 Meter lange Piste auf der Insel Fiery Cross Reef bereits zu einem Drittel fertig gestellt ist.

Fiery Cross Reef gehört zu den Spratly-Inseln, auf die auch die Philippinen, Vietnam und andere Staaten ganz oder teilweise Anspruch erheben. China hatte Ende 2014 begonnen, dass Riff zu einer künstlichen Insel auszubauen. Das Riff lag zuvor offenbar größtenteils unter Wasser. Es handelt sich um das vierte künstliche Eiland. Zuvor hatte China bereits am Johnson South Reef, am Cuateron Reef und am Gaven Reef Inseln aufgeschüttet.

Basis für Flugzeuge? - Fiery Cross Reef könnte Peking nach Einschätzung des CSIS als Anlaufstation zum Auftanken von Flugzeugen nutzen, um südliche Bereiche des Südchinesischen Meeres erreichen zu können. Laut CSIS wäre die Insel mittlerweile sogar groß genug, um dort auch Flugzeughangars zu bauen.

Vor einer Woche hatte das CSIS bereits Satellitenbilder vom nahegelegenen Mischief Reef veröffentlicht, auf denen zu sehen ist, wie chinesische Schiffe an dem Riff Sand aufschütten. In der Region brodeln seit Jahren mehrere territoriale Konflikte. So beansprucht China fast das gesamte Südchinesische Meer für sich - einschließlich von Regionen vor den Küsten von Vietnam, Malaysia und den Philippinen. Peking beruft sich dabei auf „historische Rechte“, die das Land zunehmend aggressiv durchsetzen will.

Der Konflikt mit Vietnam spitzte sich im Mai vergangenen Jahres zu, als Peking eine Tiefseebohrinsel vor die Paracel-Inselgruppe verlegte. Mit Japan liegt China wiederum seit Jahren im Streit um eine unbewohnte Inselgruppe im Ostchinesischen Meer. Um Stärke zu zeigen, schickt China immer wieder Schiffe in das Gebiet.

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