WIRTSCHAFT


China und Burma nehmen Gaspipeline in Betrieb

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Baku, den 29. Juli (AZERTAG). Burma versorgt China künftig mit Erdgas. Die beiden Länder haben eine rund 800 Kilometer lange Pipeline in Betrieb genommen, durch die jährlich zwölf Milliarden Kubikmeter Erdgas nach China geleitet werden sollen. Für Peking ist die Leitung vor allem strategisch wichtig.

China hat eine neue Erdgaspipeline aus Burma in Betrieb genommen: Mit einer offiziellen Zeremonie haben die beiden Länder die neue knapp 800 Kilometer lange Leitung eingeweiht, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtet. Parallel zur Gaspipeline ist auch eine Ölpipeline geplant, die Erdöl nach China pumpen soll, das aus dem Nahen Osten durch den indischen Ozean nach Burma transportiert wurde. Durch die Gaspipeline sollen laut Xinhua jährlich zwölf Milliarden Kubikmeter geleitet werden, durch die Ölpipeline sollen es einmal 22 Millionen Tonnen pro Jahr sein.

Die chinesische Parteizeitung „Global Times“ bezeichnete die Inbetriebnahme der Gasleitung als „weiteren Durchbruch“ in der Strategie Chinas, die Energieversorgung breiter aufzustellen und das Land unabhängiger von den bisherigen Importwegen für Öl und Gas zu machen. China hatte während der jahrzehntelangen internationalen Isolation Burmas enge politische und wirtschaftliche Kontakte zu dem Nachbarland gepflegt.

Die chinesischen Investitionen in Energie- und Minenprojekte haben in Burma zu kontroversen Debatten geführt, weil der chronische Strommangel in dem Land damit nicht behoben wird. Im vergangenen Jahr hat die Regierung in Rangun deshalb kurzfristig die Konstruktion eines Dammes gestoppt. Das chinesische Bauvorhaben sollte große Landesteile fluten, Tausende Angehörige burmesischer Minderheiten hätten weichen müssen.

Für China sind die Pipelines vor allem strategisch wichtig: Zwar deckt die Pipeline nur einen kleinen Anteil des Gasbedarfs, erweitert aber den Kreis der Lieferanten. Sobald die Ölpipeline in Betrieb geht, können sich Tanker zudem den langen Weg vom Nahen Osten durch die vielbefahrene Straße von Malakka zwischen Malaysia und Indonesien sparen.

Die beiden Großprojekte werden vom Staatskonzern China National Petroleum Corporation (CNPC) und der burmesischen Öl- und Gasgesellschaft Myanmar Oil and Gas Enterprise finanziert und durchgeführt, vier weitere Firmen aus Indien und Südkorea sind beteiligt.

In Burma kam es immer wieder zu Protesten gegen die Pipelines. Hunderte demonstrierten gegen die Bauprojekte, weil die Entschädigung für ihr Land, das sie aufgeben mussten, zu niedrig gewesen sei. Zudem hieß es, die Gehälter für die Arbeiter an der Pipeline seien zu gering. Auch auf chinesischer Seite demonstrierten mehr als 2000 Menschen in der Stadt Kunming, sie sorgen sich über die Umweltverschmutzung durch eine Raffinerie, die ebenfalls zu dem Großprojekt gehört.

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