WIRTSCHAFT


Chinas Zentralbank hat mit einem Rekordeingriff die Landeswährung Yuan abgewertet

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Baku, 11. August, AZERTAC

Die Konjunkturdaten sind schlecht, das Wachstumsziel der chinesischen Regierung in Gefahr - die Zentralbank reagiert darauf unerwartet drastisch. Sie wertete den Yuan um knapp zwei Prozent ab. Das könnte auch die Exporte antreiben.

Als Reaktion auf schwache Exportzahlen im Juli hat Chinas Zentralbank mit einem Rekordeingriff die Landeswährung Yuan abgewertet. Der Mittelkurs des Yuan im Vergleich zum Dollar wurde am Dienstag um 1,9 Prozent herabgesetzt - so stark wie noch nie zuvor an einem einzelnen Handelstag. Die Währung sank daraufhin auf den tiefsten Stand seit fast drei Jahren.

Die Zentralbank der Volksrepublik teilte mit, dass es sich um eine „einmalige Abwertung“ um knapp zwei Prozent handele. Die Notenbank nutze nun eine neue Methode zur Feststellung des Wechselkurses. Damit könne das Land den Marktkräften besser Rechnung tragen.

Mit dem Schritt könnten auch die chinesischen Exporte wieder angetrieben werden. Experten gehen davon aus, dass durch die Abwertung die Ausfuhren in andere Länder stabilisiert werden. Eine Reihe von Konjunkturdaten war in der Volksrepublik zuletzt schwach ausgefallen. So erreichten die Erzeugerpreise ihr niedrigstes Niveau seit 2009, die Exporte brachen um 8,3 Prozent ein. Der Rückgang war deutlich höher als von Experten erwartet.

Der Yuan ist keine frei schwankende Währung wie etwa der Euro. Vielmehr ist sie an den Kurs des Dollar gebunden: Die chinesische Zentralbank legt arbeitstäglich einen Mittel- oder Referenzkurs fest, um den der Yuan begrenzt schwanken darf.

Die Turbulenzen am chinesischen Aktienmarkt könnten zudem offenbar Konsequenzen für den Chef der Börsenaufsicht haben. Die Regierung habe die Suche nach einem eventuellen Nachfolger für Xiao Gang bereits eingeleitet, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf einen Insider. Xiaos Amtszeit läuft regulär noch bis Ende 2018.

Zuletzt war die chinesische Börse in wenigen Wochen um rund 30 Prozent eingebrochen. Weil dort auch viele Kleinanleger aktiv sind, die nun viel Geld verloren haben, erwarten Experten negative Auswirkungen auf den Konsum. Mit drastischen Markteingriffen versucht die Regierung in Peking deshalb, die Aktienkurse zu stabilisieren.

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