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Chinas neues großes Passagierflugzeug

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Baku, 2. November, AZERTAC

Seit den Siebzigerjahren träumt China davon, sein eigenes ziviles Flugzeug zu bauen. Jetzt ist es soweit - die ersten Testflüge stehen bevor.

Das erste eigene zivile Flugzeug zu bauen - diesen Traum hat China schon lang. Nach sieben Jahren Entwicklung und einigen Verzögerungen ist in Shanghai nun die erste Maschine des selbst entwickelten chinesischen Passagierflugzeugs C919 vom Band gerollt.

Das Flugzeug des staatlichen Herstellers Comac (Commercial Aircraft Corporation of China) soll im kommenden Jahr seinen ersten Flug unternehmen, berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua. Drei Jahre lang soll die Maschine getestet werden - dann soll sie für den kommerziellen Betrieb bereit sein.

Ursprünglich hatte das Mittelstreckenflugzeug für insgesamt 168 Passagiere schon im kommenden Jahr gegen die amerikanische und europäische Konkurrenz - Boeing 737 und den Airbus 320 - antreten wollen, doch hat sich das Projekt immer wieder verzögert.

Die C919 mit Plätzen für insgesamt 168 Passagiere wurde Regierungsfunktionären und Industrievertretern am Montag offiziell in Shanghai präsentiert.

Ein jahrzehntelanger Kraftakt - Comac-Chef Jin Zhuanglong bezeichnete die Fertigstellung des 39 Meter langen Jets mit einer Reichweite von bis zu 5555 Kilometern als "bedeutenden Meilenstein in der Entwicklung von Chinas erstem einheimischen Flugzeug". Für die Volksrepublik steht das Flugzeug für jahrelange Anstrengungen, die Abhängigkeit des Landes vom europäischen Flugzeugbauer Airbus und dem US-Konkurrenten Boeing zu verringern - und diesen gar noch Konkurrenz zu machen.

Auch wenn das Flugzeug in China zusammengebaut wurde, spielen ausländische Firmen doch eine Schlüsselrolle für die Produktion. So wurden beispielsweise die Motoren von CFM International geliefert - einem Gemeinschaftsunternehmen von General Electric und Safran.

Die Kosten für das Passagierflugzeug sind nicht bekannt. Im vergangenen Monat hatte die Bank of China erklärt, Comac für die Finanzierung seiner Luftfahrtprojekte 7,9 Milliarden Dollar zur Verfügung zu stellen.

Comac liegen nach eigenen Angaben Bestellungen für 517 Exemplare vor - fast alle von einheimischen Käufern. Doch wiesen chinesische Luftverkehrsexperten darauf hin, dass es sich häufig nur um Kaufabsichten handele.

China träumt seit den Siebzigerjahren davon, sein erstes eigenes ziviles Flugzeug zu bauen. Das Vorhaben wurde damals von Jiang Qing unterstützt, der Ehefrau von Mao Tse Tung. Aber das entwickelte Modell Y-10 war letztlich zu schwer; nur drei Exemplare davon wurden gebaut.

Comac hat bereits einen kleineren Regionaljet namens ARJ entwickelt. Das Projekt hinkt seinem Zeitplan jedoch um Jahre hinterher. Das Flugzeug mit bis zu 90 Sitzplätzen befindet sich immer noch im Testbetrieb. Ihm fehlt bislang die Zulassung der US-Behörden, sodass es bisher noch nicht im Luftraum der USA fliegen darf.

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