GESELLSCHAFT


Das Ozonloch wird bald verschwunden sein

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Baku, den 22. August (AZERTAG). Das Ozonloch wird bald verschwunden sein. Das ist ein erstaunliches Resultat. Doch die Freude über diese Erfolgsstory ist noch verhalten.

Zur Erinnerung: Im Jahre 1974 haben amerikanische und mexikanische Chemiker in dem britischen Fachblatt „Nature“ Beobachtungen veröffentlicht, für die sie später mit Nobelpreiswürden ausgezeichnet wurden: Chemische Verbindungen mit Namen Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) tummeln sich in der Atmosphäre und brechen dort Ozonmoleküle auf, die aus drei Sauerstoffatomen bestehen. Das klang zunächst nach einer dieser vielen belanglosen Meldungen aus den Räumen der Wissenschaft - ohne Nachrichtenwert für die Lokalzeitungen. Bis die Wissenschaftler noch erklärten, dass es oben am Himmel eine Schicht mit Ozonmolekülen gibt, auf die niemand verzichten kann. Sie ist eine Art Schutzschild für das Leben auf der Erde und hält zum Beispiel viele Strahlen aus dem Kosmos ab, die bei Menschen zu führen und bei Pflanzen den gesamten Stoffwechsel durcheinanderbringen können.

Mit dieser Entdeckung der frühen 1970er Jahre, die etwa zeitgleich mit der Gentechnik aufkam, gab es plötzlich eine Bruchstelle am Himmel, die den einprägsamen Namen Ozonloch erhielt. Die Menschen waren verunsichert.

Wie dem auch sei – die Angst vor dem Ozonloch ging um und in den 1990er Jahren zeigten Messungen, dass das Loch auf die Größe der Antarktis angewachsen war. Nun rechnete man endgültig „mit Millionen von zusätzlichen Toten“, wie es das in Washington angesiedelte Worldwatch Institute vorhersagte. Schon Hölderlin meinte: „Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch“. Denn nur zwei Jahre nach der Entdeckung des Ozonlochs hatten sich mehr als 40 Staaten darauf verständigt, auf FCKW und andere ozonschädigende Gase zu verzichten.

1989 trat das Montreal-Protokoll in Kraft. Seitdem ist das Ozonloch nach und nach aus dem Bewusstsein vieler Menschen verschwunden. Das ist schade. Denn an diesem Beispiel lässt sich erkennen, wie es Staaten und ihren Bürgern gelingen kann, ihr Verhalten so zu ändern, dass die Umwelt intakt bleibt.

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